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Marktcheck der Verbraucherzentrale Hessen entlarvt Produkte mit "Natur-Werbung"

Produkte mit "Natur-Werbung"
© VZ Hessen

Werbebotschaften mit "Natur" oder "natürlich" liegen bei verarbeiteten Lebensmitteln im Trend. Dem Käufer verheißen sie eine höhere Qualität durch naturbelassene Zutaten mit geringem Verarbeitungsgrad.

Dass das oft nicht der Fall ist, zeigt ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentrale Hessen in Frankfurt und Kassel. Die Experten der Verbraucherzentrale Hessen haben im November 2014 in Supermärkten, Discountern und Drogerien eine Marktstichprobe von 23 Lebensmitteln mit "Natur"-Werbung auf den Einsatz von Aromen hin überprüft. 19 der meist stark verarbeiteten Produkte (82,6 %) enthielten laut Zutatenliste Aromen. Es handelte sich hauptsächlich um Snacks und Süßigkeiten, gefolgt von Erfrischungsgetränken, Tees und Fertigprodukten.

In gut jedem dritten untersuchten Fall wecken Werbebotschaften bei Verbrauchern konkrete Erwartungen auf schonend hergestellte, natürliche Zutaten. Diese waren aber meist nur in geringen Mengen enthalten, der Geschmack war mit Aromen aufgepeppt.

Obendrein nutzten die Hersteller das bestehende Verwirrspiel bei der Kennzeichnung von "natürlichen Aromen" für ihre Werbezwecke, so eine der Schlussfolgerungen aus dem Marktcheck. Ein Erfrischungsgetränk, auf dem ein Apfel prangt und das auf der Verpackung den Zusatz "nur natürliches Aroma" trägt, muss seinen Geschmack mitnichten aus Äpfeln erhalten. Das natürliche Aroma kann auch aus Zellulose gewonnen sein.

Aromen gelten zudem rechtlich nicht als Zusatzstoffe. Das nutzen drei Hersteller aus und werben trotz Einsatz von Aroma mit "Natürlich – ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe".

Nur vier Hersteller im Test zeigen, dass es anders geht: Bei den Produkten entspricht die Werbung mit "Natur" auch den Zutaten.

Die Verbraucherzentrale Hessen fordert deshalb den Gesetzgeber auf klarzustellen, wann ein Lebensmittel mit Begriffen wie "Natur" oder "natürlich" beworben werden darf. Ebenso plädiert sie für ein Verbot der Werbung mit "natürlich" für stark verarbeitete und aromatisierte Lebensmittel. Die für Verbraucher missverständliche Bezeichnung "natürliche Aromen" sollte zudem nach Ansicht der Verbraucherschützer konkretisiert werden.

Letzte Änderung 
18. Dezember 2014
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.