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Landgericht Berlin verbietet unlautere Werbung für angebliches Wundermittel

© puhhha - Fotolia.com

Besseres Gedächtnis, starke Nerven und guter Schlaf: Mit diesen und anderen Versprechen wollte GP Health Products Kunden zum Kauf seines Nahrungsergänzungsmittels verleiten. Doch solche gesundheitsbezogenen Angaben sind laut europäischer Health-Claims-Verordnung nicht erlaubt. Das Landgericht Berlin hat dem niederländischen Unternehmen nun mehr als ein Dutzend Aussagen über die „Dr. Hittich Super Vitamin B12“-Pillen verboten.

Die Health-Claims-Verordnung soll Verbraucher vor irreführenden und wissenschaftlich nicht belegten Behauptungen schützen. Konkrete Werbeaussagen über die gesundheitsfördernde Wirkung eines Lebensmittels sind nach  der Verordnung nur dann erlaubt, wenn sie von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit überprüft und durch die Europäische Kommission zugelassen sind. Das Landgericht Berlin schloss sich der Auffassung des vzbv an, dass insgesamt 14 Aussagen in der Werbebroschüre unzulässig sind.

14 unzulässige Werbeversprechen

Zwar sind für Vitamin B12 mehrere gesundheitsbezogene Aussagen zugelassen. Die vollmundigen Behauptungen des Herstellers gingen aber weit über diese hinaus. So hatte das Unternehmen damit geworben, Müdigkeit werde durch die Einnahme des Präparats komplett beseitigt. Zugelassen ist aber nur die Behauptung, dass Vitamin B12 zur Verringerung von Müdigkeit beiträgt. Auch von guter Laune oder einem besseren Denkvermögen ist in den erlaubten Aussagen keine Rede. Darin steht lediglich, dass Vitamin B12 zu normalen psychischen Funktionen beiträgt.

Das Unternehmen darf außerdem nicht mehr den Eindruck erwecken, die Einnahme seines Produkts sei für eine ausreichende Zufuhr des Vitamin B12 unerlässlich. Die Werbung hatte suggeriert, dass Menschen spätestens ab 50 Jahren das Mittel nehmen müssten. Sonst drohe eine gesundheitsbeeinträchtigende Ernährungslücke, die alle treffen könne.

Das Urteil des Berliner Landgerichts ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: Pressemitteilung des vzbv: Landgericht Berlin verbietet unlautere Gesundheitswerbung für Vitamin-B12-Pillen
Urteil des LG Berlin vom 24.11.2016, Az. 52 O 91/16 – nicht rechtskräftig

Letzte Änderung 
22. Dezember 2016
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