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Gerichtsurteil gegen Unilever

Frau vor Kühlregal mit Margarine
Frau vor Kühlregal mit Margarine © mangostock - fotolia.com

Die Unilever Deutschland GmbH darf mit Werbung nicht den Eindruck erwecken, die Halbfettmargarine Becel pro.aktiv könne den Cholesterinwertspiegel um mehr als 20 Prozent senken. Das hat das Landgericht Hamburg nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen den Konzern entschieden.

In einer Anzeige für die Halbfettmargarine Becel pro.aktiv hieß es: „Innerhalb von drei Wochen konnte Siegrid K. ihren Cholesterinwert mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung und Becel pro.aktiv deutlich reduzieren. ‚Mit Hilfe des Programms konnte ich meinen Cholesterinwert erfolgreich von 275 auf 211 mg/dl senken.“ Das entspricht einer Senkung um rund 23 Prozent.

Solche gesundheitsbezogenen Aussagen sind nach der EU-Verordnung nur erlaubt, wenn sie von der Europäischen Kommission zugelassen wurden. Das ist bei der strittigen Werbeaussage aber nicht der Fall.

Die Pflanzensterine, die im Produkt zugesetzt sind, können den Cholesterinspiegel zwar tatsächlich senken – vermitteln darf man aber nur, dass sich der Cholesterinspiegel um sieben bis zehn Prozent reduziert und wie lange es dauert, bis die Wirkung eintritt. Die Werbung von Unilever versprach dagegen eine zwei bis drei Mal so hohe Wirkung.

Dass die Anzeige auch eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung empfahl, hatte für die Richter keine Bedeutung. Verbraucher verstünden die Werbung so, dass der Verzehr des Produktes „Becel pro.aktiv“ entscheidend für den hohen Rückgang der Cholesterinwerte sei.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Marktcheck: Unzulässige Gesundheitswerbung kein Einzelfall

Produkte, die mit einem vermeintlichen gesundheitlichen Zusatznutzen werben, liegen im Trend. Ihr Anteil am Lebensmittelmarkt in Deutschland beträgt rund fünf Prozent. Doch nicht alle Health Claims entsprechen den Rechtsvorschriften. Das ergab ein Marktcheck der Verbraucherzentralen Anfang des Jahres. Von 46 Produkten warb knapp die Hälfte (43 Prozent) mit Aussagen, die aus Sicht der Verbraucherzentralen nicht zugelassen sind. Auf 22 der 46 Produkte waren die gesundheitlichen Wirkungen im Wortlaut positiver formuliert als in der Zulassung vorgesehen.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv): Gesundheitswerbung für Becel pro.aktiv ist unzulässig. Pressemeldung vom 15.04.2015

Letzte Änderung 
17. April 2015
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