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Gerichtsurteil gegen Lockvogelangeboten bei Wurst

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Lockvogelangebote wie "Müllers Lange Kerle, Stück 0,99 €" oder "Riesenschinkenwurst Stück 5,00 Euro" sind unzulässig, denn wegen der fehlenden Grundpreisangabe können Kunden den Preis der Wurst nicht mit anderen Angeboten vergleichen.

In 2013 und 2014 hatte die Verbraucherzentrale Hessen mehrere Metzgereien und Handelsketten mit solcher Lockvogel-Werbung erfolgreich abgemahnt. Die Metzgereikette Robert Müller wollte das nicht hinnehmen. Das Landgericht Fulda gab der Verbraucherzentrale nun jedoch Recht: Die Metzgereikette darf ihre Wurstangebote in Werbeanzeigen nicht mehr allein mit Stückpreisen bewerben und damit Kunden in ihre Geschäfte locken.

Denn auch bei Werbung mit Stückpreisen dürfen Grundpreis- und Gewichtsangaben bei Wurstwaren nicht fehlen. Nur so können Kunden erkennen, wie viel sie für den genannten Preis erhalten und ob das beworbene Produkt im Vergleich zu anderen Angeboten tatsächlich preiswerter ist.

Das ist bei Werbeanzeigen besonders wichtig. Denn anders als am Marktstand oder im Laden, wo der Kunde die Ware zumindest vor Augen hat, ist die Größe einer abgebildeten Wurst in einer Zeitung oder einem Werbeblatt kaum abzuschätzen.

Die Klage gegen die Metzgereikette Robert Müller entschied das Landgericht Fulda im Urteil vom 26.06.2015.

Grundpreisangabe: nicht immer verpflichtend

Grundpreisangaben, also Preisangaben pro Kilogramm, 100 Gramm, Liter oder 100 Milliliter, sind bei Lebensmitteln grundsätzlich rechtlich gefordert. Es gibt nur wenige Ausnahmen: Brötchen, Zitronen oder Gurken, die üblicherweise nach Stückzahl verkauft werden, zählen dazu. Für Wurst gilt dies jedoch nicht, denn sie wird normalerweise nach Gewicht verkauft.

In der Gastronomie gibt es normalerweise keine Grundpreisangaben. Eine Bratwurst im Brötchen wird ebenso wie eine Pizza pro Portion verkauft.

Urteil im Sinne des Verbrauchers

Lebensmittelklarheit.de begrüßt das Urteil für mehr Verbraucherschutz. Die Verbraucherzentralen setzen sich im Rahmen ihrer bundesweiten Gemeinschaftsaktionen seit Jahren für eine wahre und klare Grundpreiskennzeichnung ein.

Quelle: Verbraucherzentrale Hessen e.V.: Verbraucherzentrale Hessen erwirkt Verbot von Lockvogelangeboten. Urteil des Landgerichts Fulda gegen Metzgereikette Müller rechtskräftig. Pressemitteilung vom 16.11.2015

Letzte Änderung 
19. November 2015
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.