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Fruchtzucker: Verwirrende Werbeaussage zugelassen

Fruchtzucker
© Thomas Francois - Fotolia

Seit Anfang der Jahres ist für Lebensmittel mit Fruchtzucker-Zusatz (Fruktose) folgende gesundheitsbezogene Angabe erlaubt: "Der Verzehr von Lebensmitteln, die Fruktose enthalten, führt zu einem geringeren Glukoseanstieg im Blut im Vergleich zu Lebensmitteln, die Saccharose oder Glukose enthalten".

Diese Angabe darf auf gesüßten Lebensmitteln und Getränken stehen, wenn mindestens 30 Prozent Traubenzucker (Glukose) und/oder Haushaltszucker (Saccharose) durch Fruchtzucker ersetzt wurde.

Es trifft zwar zu, dass Fruchtzucker einen vergleichsweise geringeren Anstieg des Blutzuckerspiegels bewirkt. Der gesundheitliche Nutzen von zugesetztem Fruchtzucker ist aber sehr fraglich.

Forschungsergebnisse weisen im Gegenteil darauf hin, dass die verstärkte Aufnahme von Fruchtzucker über mit Fruktose gesüßte Lebensmittel nachteilig für die Gesundheit ist: Hohe Fruktosemengen beeinflussen die Gewichtsregulierung und begünstigen die Entstehung von Übergewicht. Sie können sich negativ auf die Blutfette auswirken und über eine Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut das Risiko einer Gichterkrankung steigern. Eine hohe Fruchtzuckeraufnahme kann außerdem zu Unverträglichkeitsreaktionen wie Durchfall und Blähungen führen.

Da mit Fruchtzucker gesüßte Lebensmittel auch für Diabetiker keine Vorteile haben, dürfen sie nicht mehr als „Diabetiker-Lebensmittel“ angeboten werden.

Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist der Fruchtzucker-Claim überflüssig und verwirrend. Es kann leicht der Eindruck entstehen, mit Fruchtzucker gesüßte Lebensmittel hätten einen gesundheitlichen Vorteil. Da die Angabe für Lebensmittel mit Zuckerzusatz gedacht ist, wird er auch auf stark gesüßten Produkten wie Limonade stehen und diese als „gesund“ darstellen. Das ist wenig sinnvoll. Nach Ansicht der Verbraucherzentralen haben solche für Käufer missverständliche Angaben auf Lebensmitteln nichts zu suchen.

Letzte Änderung 
30. Januar 2014
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.