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Fairer Handel braucht Transparenz: Faire Wochen 2015

© Forum Fairer Handel e.V.

Unter dem Motto „Fairer Handel schafft Transparenz“ finden vom 11. bis 25. September bundesweit die Fairen Wochen 2015 statt. Im Fokus stehen diesmal die Produktionsbedingungen des Fairen Handels: „Wer hat unter welchen Bedingungen den Kaffee oder das T-Shirt erzeugt?“

Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist allerdings hinsichtlich der Kennzeichnung auch beim Fairen Handel mehr Transparenz erforderlich. Bisher fehlen einheitliche rechtliche Standards für „fair gehandelte“ Produkte wie Lebensmittel.
Fairer Handel ist ein wertvoller Beitrag für bessere Lebens- und Produktionsbedingungen vor Ort. Labels des fairen Handels wie „Fairtrade“ brauchen aber klare Rahmenbedingungen und Transparenz:

Rechtlicher Rahmen für ein einheitliches Fairtrade-Siegel!

Das Angebot, die Zahl der Anbieter und der Verkaufsstellen von fair gehandelten Produkten sind mittlerweile enorm gewachsen. Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist wichtig, EU-weit einheitliche gesetzliche Regelungen zu schaffen, die Mindeststandards für fair gehandelte Produkte sicherstellen. Damit verbunden sollte ein einheitliches Siegel für fairen Handel entstehen.

Anteil an fair gehandelten Zutaten muss auf einen Blick erkennbar sein!

Bestehen fair gehandelte Lebensmittel ausschließlich aus einer Zutat, wie Kaffee oder Reis, dann stammt dieses Lebensmittel grundsätzlich zu 100 Prozent aus fairem Handel (siehe Einschränkungen durch Mengenausgleich).

Bei Mischprodukten mit Zutaten, die nicht aus fairem Handel verfügbar sind, zum Beispiel Milch in Schokolade, reicht für das Fairtrade-Label hingegen beispielsweise ein Mindestanteil von 20 Prozent fair gehandelten Zutaten aus. Andere Siegel verlangen zum Teil einen höheren Fairhandelsanteil. Für eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung sollte der tatsächliche Prozentanteil fair gehandelter Zutaten im Lebensmittel auf der Vorderseite der Verpackung gut sichtbar angegeben sein.

Mengenausgleich deutlich und verständlich kennzeichnen!

Für das Fairtrade-Siegel müssen Unternehmen fair gehandelten Kakao, Tee, Zucker und Orangensaft nicht getrennt von herkömmlicher Ware transportieren und verarbeiten. Sie dürfen jedoch nur so viele Fairtrade-Lebensmittel verkaufen, wie sie fair gehandelte Rohware eingekauft haben. Dieser sogenannte Mengenausgleich soll Betrieben, die sowohl Fairtrade- als auch konventionell erzeugte Waren weiterverarbeiten und (noch) nicht voneinander trennen können, die Teilnahme am Fairtrade-System ermöglichen. So kann tatsächlich ein Orangensaft mit dem Fairtrade-Siegel keine fair gehandelten Rohstoffe enthalten. Aus Sicht ist der Verbraucherzentrale ist der Mengenausgleich eine unbefriedigende Übergangslösung, die zeitlich begrenzt und auf der Schauseite des Lebensmittels eindeutig gekennzeichnet werden sollte. Zusätzlich gehört eine verständliche Erklärung auf die Verpackung, damit der Verbraucher eine bewusste Kaufentscheidung treffen kann.

Quelle: Verbraucherzentrale Hessen e.V.: Fairer Handel braucht Transparenz. Angebote der Verbraucherzentrale Hessen zu den Fairen Wochen 2015. Pressemitteilung vom 7.9.2015

Letzte Änderung 
10. September 2015
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.