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Europäischer Gerichtshof zeigt falschen Früchten die rote Karte

Tee © vzbv , rote Karte © Andrey Kuzmin - fotolia.com

Was auf der Verpackung abgebildet ist und drauf steht, muss auch drin sein. Diesen Grundsatz, den Verbraucherschützer seit langem fordern, hat nun der Europäische Gerichtshof (EUGH) bestätigt. Lebensmittel dürfen durch Etikettierung, Aufmachung und Bewerbung nicht den Eindruck erwecken, dass eine bestimmte Zutat enthalten ist, wenn dies nicht der Fall ist und sich das allein aus dem Zutatenverzeichnis ergibt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte dem EuGH die Grundsatzfrage nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gegen die Teekanne GmbH & Co. KG vorgelegt. Der Teehersteller hatte auf seinem Kinderfrüchtetee "Felix" mit Himbeeren und Vanille geworben. Es waren aber weder Bestandteile von Himbeere noch Vanille enthalten.
Dem Argument, des Herstellers ein vollständiges Zutatenverzeichnis reiche zur Information über den Inhalt einer Lebensmittelverpackung aus, hat der EUGH mit diesem Urteil klar widersprochen. Ein Meilenstein für den Verbraucherschutz und ein klares Signal an die Lebensmittelwirtschaft: Schluss mit Ersatzstoffen für angepriesene Zutaten. Abgebildete und genannte Zutaten wie hier Himbeeren und Vanille müssen auch im Lebensmittel sein. Nur den Geschmack mit Aromen zu imitieren, die nicht aus Himbeeren und Vanille stammen, reicht nicht aus.

Damit geht der bereits seit 2011 dauernde Rechtsstreit zwischen dem vzbv und der Firma Teekanne dem Ende entgegen. Der Bundesgerichtshof ist nun am Zuge. Er wird unter Berücksichtigung der Entscheidung des EUGHs das nationale Urteil im Rechtsstreit zwischen der Firma Teekanne und dem vzbv fällen.

Verbraucher schließen von Aufmachung auf Zutaten

Das Urteil des EUGH steht ganz im Einklang mit den Erwartungen vieler Verbraucher. Seit Start von lebensmittelklarheit.de stehen an Top 1 der Produktbeschwerden: Lebensmittel, die durch Bilder, Worte oder Versprechen wie „nur natürliche Zutaten“ Lebensmittel anpreisen, die nur in geringer Menge vorhanden sind oder lediglich die Geschmacksrichtung bestimmen.

Bereits 2013 bestätigte dies auch eine repräsentative Studie der Agrifood Consulting GmbH und der Universität Göttingen. Die Entscheidung Hop oder Top im Einkaufskorb treffen die meisten Verbraucher beim ersten Blick auf die Lebensmittel. Bilder und Begriffe bestimmen dabei maßgeblich ihr Einkaufsverhalten. Rund 71 Prozent der befragten Verbraucher verstehen eine Teeverpackung mit naturgetreuen Abbildungen von Früchten so, dass auch das entsprechende Fruchtaroma enthalten ist. 68 Prozent gehen sogar davon aus, dass die Früchte tatsächlich als Zutat vorkommen.

Quelle: EuGH verlangt klare Angaben auf Lebensmitteln, Pressemitteilung vom Verbraucherzentrale Bundesverband vom 04.06.2015

Letzte Änderung 
5. Juni 2015
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Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.