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Auch Schönheitswerbung kann gesundheitsbezogen sein

starke Haare
© blackday - fotolia.com

Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln werben gerne mit konkreten Wirkungen ihrer Produkte – so auch ein Produzent sogenannter „Repair Kapseln“.  Er pries sein Mittel unter anderem mit der folgenden Aussage an: „Repair Kapseln sorgen für eine tolle Haut, fülliges Haar und feste Fingernägel“. Doch das ist nicht erlaubt. Der Bundesgerichtshof (BGH) wertete den Spruch als unzulässige gesundheitsbezogene Angabe und bestätigte damit ein Urteil der Vorinstanz.  Gesundheitsbezogene Angaben auf Lebens- oder Nahrungsergänzungsmitteln sind nur dann erlaubt, wenn sie vorher geprüft und zugelassen wurden.

Der BGH begründete seine Entscheidung damit, dass die Aussage einen Wirkungszusammenhang zwischen dem Produkt und konkreten Körperfunktionen herstelle. Unerheblich sei dabei, dass der Werbespruch kein medizinisches, sondern umgangssprachliches Vokabular verwende.

Zugelassen sind Angaben wie „Biotin trägt zum Erhalt normaler Haut und Haare bei“ – sofern das Produkt eine ausreichende Menge an Biotin enthält.  Die verwendete Aussage gehe allerdings über den zugelassenen Claim hinaus, so der BGH. Verbraucher verstünden den Begriff „Repair“ stets so, dass das Produkt Schäden beseitigen könne. Inhaltlich sei dies nicht gleichbedeutend mit einem Erhalt des Normalzustandes.

Einschätzung der Verbraucherzentrale

Gesundheitsbezogene Angaben können Konsumenten zum Kauf von Produkten verleiten. Das gilt auch für Aussagen, die auf die Schönheit abzielen. Aus Sicht von Lebensmittelklarheit ist das Urteil ein wichtiger Beitrag, um Verbraucher vor unseriöser Werbung zu schützen. Werbung mit der Schönheit darf kein Schlupfloch für unzulässige gesundheitsbezogene Angaben sein.

Letzte Änderung 
7. Dezember 2016
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.