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Angeblich „gesunde“ Frühstückscerealien sind mangelhaft

© matka_Wariatka - Fotolia.com

Viele Frühstückscerealien wie Flakes, Pops oder Getreidekissen werben mit dem Nährstoffgehalt und positiv besetzten Aussagen wie „Vollkorn“

Die Universität Bonn prüfte, wie gesund solche Produkte tatsächlich sind. Dafür untersuchte sie in den Jahren 2010 und 2012 die Nährwertprofile von insgesamt 239 deutschen und norwegischen Produkten. Mit Hilfe von Nährwertprofilen lassen sich Lebensmittel in empfehlenswerte und weniger empfehlenswerte Kategorien einstufen. Für die Untersuchung wurden fünf verschiedene Nährwertprofile herangezogen, die von staatlichen Behörden entwickelt wurden.

Die Ergebnisse der Studie sind ernüchternd: Trotz der vielfältigen gesundheitsrelevanten Informationen auf den Verpackungen wurde nur ein kleiner Teil der deutschen Produkte den Anforderungen der fünf unterschiedlichen Nährwertprofile gerecht.

Nur vier Prozent der deutschen Produkte aus dem Jahr 2010 erfüllten die Vorgaben des skandinavischen Nährwertprofils, im Jahr 2012 waren es sieben Prozent. Den Anforderungen des EU-Modells entsprachen im Jahr 2010 rund 28 Prozent der Produkte, im Jahr 2012 waren es 36 Prozent.

Ausgerechnet Kindercerealien schnitten noch deutlich schlechter ab: Von den 58 Frühstückscerealien, die im Jahr 2010 an Kinder vermarktet wurden, erreichte keines die skandinavischen Vorgaben. Das lag an den hohen Zucker- und den niedrigen Ballaststoffgehalten. Nur eines der Produkte dürfte nach den Kriterien des britischen Amts für Kommunikation (OFCOM) im Fernsehen beworben werden.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es auf Verpackungen von deutschen Cerealien zwar viele Informationen zu einzelnen gesundheitsrelevanten Nährstoffen oder Zutaten gibt, aber keine leicht erkennbaren Hinweise zum Gesundheitswert des gesamten Produktes.

Die Autorinnen sprechen sich für ein rechtlich verpflichtendes Nährwertprofil aus, das festlegt, welche Lebensmittel Gesundheitswerbung tragen dürfen und welche nicht. Außerdem sollte für Frühstückscerealien, die mit Vollkorn werben, ein Mindestgehalt für den Vollkornanteil festgelegt werden. Denn der Vollkorngehalt solcher Produkte schwankte in den überprüften deutschen Produkten von 2010 zwischen 7 und 100 Prozent.
 

Quelle: aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.: Frühstückscerealien in Deutschland mangelhaft. aid-Newsletter Nr. 6 vom 4. Februar 2015

Letzte Änderung 
9. Februar 2015
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Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.