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Allergenkennzeichnung – zukünftig auch beim Bäcker, Fleischer und in der Kantine

Tafel mit Kreideschrift: Tagesgericht Käsespätzle
© jeanette dietl - Fotolia.com

Die Allergenkennzeichnung ist derzeit nur für verpackte Lebensmittel verpflichtend. Bei allen offen angebotenen Produkten wie Backwaren und Feinkostsalaten an der Bedienungstheke müssen die potenziellen Allergene nicht gekennzeichnet werden.

Dies wird sich ab dem 13. Dezember 2014 ändern: Gemäß der neuen EU-Lebensmittelinformationsverordnung muss auch bei unverpackten Waren über Allergene informiert werden. Die Art und Weise der Kennzeichnung ist zurzeit noch nicht geregelt.

Inzwischen liegt ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung vor, wie Allergene in loser Ware zukünftig zu kennzeichnen sein sollen.

Zur losen Ware gehören Lebensmittel, die am Verkaufsort auf Wunsch des Kunden verpackt werden oder für den unmittelbaren Verkauf vorverpackt werden, zum Beispiel Brötchen und Fleischwaren an Bedienungstheken beim Bäcker oder Metzger. Aber auch unverpackte Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung, beispielsweise in Kantinen und Mensen, zählen dazu.

Kennzeichnungspflichtige Allergene

Wie auch bei fertig verpackten Lebensmitteln sind hier künftig die Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe aufzulisten, die am häufigsten Lebensmittelunverträglichkeiten auslösen. Das sind:

  • Glutenhaltiges Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder Hybridstämme davon)
  • Krebstiere
  • Eier
  • Fisch
  • Erdnüsse
  • Soja
  • Milch und Milchprodukte (einschließlich Laktose)
  • Schalenfrüchte (Mandel, Haselnuss, Walnuss, Cashew, Pecannuss, Paranuss, Pistazie, Macadamianuss und Queenslandnuss)
  • Sellerie
  • Senf
  • Sesamsamen
  • Schwefeldioxid und Sulfite in einer Konzentration von mehr als 10 mg/kg oder 10mg/l
  • Lupinen
  • Weichtiere

Enthaltene Stoffe sollen dann mit dem Zusatz „Enthält“ auf einem Schild unmittelbar neben der Ware oder in der Speise-/Getränkekarte oder den Preisverzeichnissen aufgezählt werden.

Ausnahmen

Die Regelung enthält jedoch einige Ausnahmen. Eine Auskunft in der angegebenen Form muss nicht erteilt werden, wenn:

  • die Bezeichnung der Ware selbst einen Hinweis auf die entsprechenden Zutaten enthält, zum Beispiel Walnussbrötchen.
  • ein Aushang, eine sonstige schriftliche oder elektronische Information spätestens bei der Abgabe der Ware leicht zugänglich ist
  • eine mündliche Auskunft erteilt wird

und in einem Aushang deutlich auf die Form der Allergenkennzeichnung hingewiesen wird.

Eine mündliche Auskunft ist aber nur unter bestimmten Bedingungen zulässig, unter anderem, wenn ein handwerklich hergestelltes Lebensmittel von der üblicherweise verwendeten Rezeptur abweicht.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentralen:

Der Gesetzesentwurf ist in den Augen der Verbraucherzentralen noch lückenhaft. Die teils beträchtlichen Ausnahmeregelungen verwässern die Vorschriften.

Eine ausschließlich mündliche Auskunftspflicht bewerten die Verbraucherzentralen in jedem Fall als unzureichend. Informationen sollten auch bei losen Waren grundsätzlich schriftlich dokumentiert, für den Verbraucher auf Wunsch einsehbar sein und für einen Zeitraum von mindestens vier Wochen aufbewahrt werden.

Die Ausnahme bezüglich der Produktbezeichnung sollte nur dann greifen, wenn das Allergen namentlich Teil der Produktbezeichnung ist, zum Beispiel „Eierpfannkuchen“.

Letzte Änderung 
7. August 2014
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.