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„Verbesserte Rezeptur“, aber weniger Inhalt

Dummy Bonbontüte © snapgalleria, © Ilya Andreev

Preiserhöhungen sind bei Verbrauchern unbeliebt. Viele Hersteller verändern stattdessen lieber kaum merklich die Packungsgrößen, um weniger Inhalt für nahezu den gleichen Preis anzubieten. In der Branche ist diese Strategie unter dem Begriff „Downsizing“ bekannt.

Um die faktische Preiserhöhung zu verschleiern, benutzen die Firmen dann gerne Hinweise wie "neue Rezeptur" oder "bessere Qualität".

Da finden sich in der Pralinenpackung bei genauem Hinsehen plötzlich nicht mehr 125 Gramm, sondern nur noch 110 Gramm Nougat-Pralinen, bei Käse sind es 150 statt ehemals 175 Gramm. Der Preis ist jedoch gleich geblieben; lediglich das Design der Verpackungen wurde leicht verändert. Verbraucher bemerken das häufig gar nicht.

Ein Gesetzesverstoß liegt aber oft erst vor, wenn bei identischer Verpackungsgröße und unverändertem Verpackungsdesign die Füllmenge ohne einen Hinweis unmerklich reduziert wurde. Wann eine indirekte Preiserhöhung rechtswidrig ist, muss im Einzelfall durch ein Gericht geprüft werden.

Bei Werbeaussagen wie „verbesserte Rezeptur“ oder „neue Geschmacksrichtung“ empfiehlt es sich daher, einen Blick auf die Füllmenge zu werfen.

Melden Sie „geschrumpfte“ Verpackungen

Wenn Sie feststellen, dass eine Produktverpackung sich geändert hat und der Grundpreis – das ist der Preis bezogen auf eine bestimmte Menge – gleichzeitig gestiegen ist, dann melden Sie das Produkt der Verbraucherzentrale Hamburg oder Baden-Württemberg. Beide veröffentlichen seit Jahren Informationen über Produkte, bei denen veränderte Packungsgrößen faktische Preiserhöhungen bewirkt haben.

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Letzte Änderung 
2. März 2016