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Tierschutzlabel der Organisation „Vier Pfoten“

Tierschutzlabel "Vier Pfoten"
Tierschutzlabel "Vier Pfoten" © "Vier Pfoten"

Seit Mitte November sind die ersten Produkte mit dem Tierschutzlabel der Organisation „Vier Pfoten“ im Handel.

Das Label steht für Verbesserungen in der Haltung von Nutztieren und geht in seinen Anforderungen über die Standards in der konventionellen Tierhaltung hinaus.

Ziel ist eine deutliche Verbesserung in allen Bereichen der Tierhaltung: größeres Platzangebot, Stallstrukturierung, Beschäftigungsmaterial, feste Gruppen, Tageslicht, Auslauf, eine starke Begrenzung der Transportzeiten sowie strenge Kriterien für die Schlachtung.

Das Label wird für Schweine, Rinder und Masthühner vergeben. Es unterscheidet zwei Stufen: die Einstiegsstufe zeigt einen Stern und wird als „gut“ bezeichnet in  puncto Tierschutz, die Premiumstufe hat zwei Sterne und zeichnet eine „sehr gute“ Tierhaltung aus.

In der Einstiegsstufe ist beispielsweise für Schweine das Kupieren der Schwänze und Abkneifen von Zähnen verboten. Tieren steht 50 Prozent mehr Platz als in der konventionellen Tierhaltung zur Verfügung. Eine eingestreute Liegefläche ist verpflichtend, ebenso Tageslicht im Stall und ein gutes Stallklima durch Belüftung und Kühlung.

In der Premiumstufe ist ein Auslauf oder die Freilandhaltung, zumindest saisonal, für alle drei Tierarten obligatorisch.

Die Kontrollen für das Label erfolgen durch unabhängige zertifizierte Kontrollunternehmen. Sie überprüfen sowohl die Betriebe als auch die Schlachthöfe. Zusätzlich erfolgt eine stichprobenartige „Überkontrolle“ durch Vier Pfoten.

„Vier Pfoten“ ist eine internationale Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Sie hat zum Ziel, in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Veränderungen zum Wohle der Tiere zu erreichen und zu etablieren.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Das Tierschutzlabel von „Vier Pfoten“ weist Produkte aus, die sich durch erhöhte Anforderungen an den Tierschutz auszeichnen.

Die Verbraucherzentralen setzen sich allerdings für ein einheitliches Siegel oder eine entsprechende Kennzeichnung mit rechtsverbindlichen Kriterien der artgerechten Tierhaltung ein.

Denn bereits jetzt gibt es firmeneigene Tierschutz-Siegel und Kennzeichnungen, die zum Teil hauptsächlich zu Werbezwecken dienen. Sie können leicht mit anspruchsvollen Siegeln unabhängiger Organisationen verwechselt werden.

Mit einem einheitlichen Siegel, vergleichbar dem EU- oder deutschen Bio-Siegel, erhielte Käufer eine rechtlich geregelte und leicht zu erkennende Kennzeichnung für Produkte, die sich nachweislich durch eine artgerechtere Tierhaltung auszeichnen.

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Letzte Änderung 
20. August 2013