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Schlankheitswerbung für Lebensmittel

Beispiel für unseriöse Schlankheitswerbung
Beispiel für unseriöse Schlankheitswerbung © Oxlock - Fotolia.com

Das Angebot an Lebensmitteln, die mehr oder weniger wundersam eine Gewichtsabnahme versprechen, ist groß. Es darf allerdings nicht wahllos mit vielversprechenden Aussagen geworben werden.

Bisher war es ausdrücklich verboten, Lebensmittel mit Aussagen zu ihrer schlankmachenden Wirkung zu bewerben. Von diesem Verbot ausgenommen waren nur spezielle Lebensmittel für eine kalorienarme Ernährung, die eine oder mehrere Mahlzeiten oder die gesamte Tagesration ersetzen sollen. Diese oft als „Diät-Drink“ angebotenen Produkte unterliegen der Diätverordnung und müssen eine besondere Zusammensetzung aufweisen. Für alle anderen Lebensmittel war jeder Hinweis auf eine schlankmachende Eigenschaft untersagt.

Seit die so genannte Health-Claims-Verordnung (HCVO) gilt – die EU-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben –, lockerte sich dieses Verbot jedoch. Auch die Rechtsprechung hat sich seitdem verändert.

Nach der HCVO sind schlankheitsbezogene Angaben erlaubt, wenn diese vorab zugelassen wurden und in einer so genannten Gemeinschaftsliste aufgeführt sind.

Dies sind Angaben, die

  • schlankmachende oder gewichtskontrollierende Eigenschaften eines Lebensmittels,
  • die Verringerung des Hungergefühls,
  • ein verstärktes Sättigungsgefühl oder
  • eine verringerte Energieaufnahme durch den Verzehr eines Lebensmittels bewerben.

Allerdings müssen wissenschaftliche Nachweise erbracht werden, dass das Produkt die behauptete Wirkung tatsächlich besitzt und zudem die Angaben vom durchschnittlichen Verbraucher richtig verstanden werden. Erst dann können diese Aussagen in die Gemeinschaftsliste der HCVO aufgenommen werden.

Diese Hürde haben die meisten zur Zulassung eingereichten Schlankheitsclaims aber nicht geschafft. Eine Vielzahl von Angaben wurde nicht zugelassen, weil der wissenschaftliche Nachweis nicht ausreichend war.

Zugelassene Schlankheitsclaims

Folgende Claims sind zugelassen, wenn ein Produkt die vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt:

  • Glucomannan trägt im Rahmen einer kalorienarmen Ernährung zu Gewichtsverlust bei.
  • Das Ersetzen von zwei der täglichen Mahlzeiten im Rahmen einer kalorienarmen Ernährung durch einen solchen Mahlzeitersatz trägt zu Gewichtsabnahme bei.
  • Das Ersetzen von einer der täglichen Mahlzeiten im Rahmen einer kalorienarmen Ernährung durch einen solchen Mahlzeitersatz trägt dazu bei, das Gewicht nach Gewichtsabnahme zu halten

Weiterhin verboten: Konkrete Versprechungen zur Gewichtsabnahme

Grundsätzlich sind Angaben über Dauer und Ausmaß der Gewichtsabnahme weiterhin unzulässig. Werbungen wie „10 Kilo weniger in nur 4 Wochen!“ sind somit verboten.

Allgemeinere Angaben ohne die Nennung konkreter Zahlen fallen allerdings nicht unter das Verbot. Zulässig sind somit Angaben wie

  • man habe „etliche Zentimeter und Kilos verloren“,
  • „unglaublich tolle Ergebnisse erzielt“ oder

der Bauchansatz sei „deutlich geschrumpft“ bzw. „so gut wie weg“.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Vorsicht bei unseriöser Werbung

Schlankheitsmittel mit unzulässigen Werbeversprechen sind nach wie vor im Umlauf. Bei solcher Werbung ist besondere Skepsis ist angebracht. Wer abnehmen will, muss sein Essverhalten ändern und sein Bewegungspensum erhöhen. Oft landen unaufgefordert Angebotsprospekte im Briefkasten, auf denen lediglich eine Bestell-Hotline angegeben ist oder deren Bestelladresse im Ausland liegt. Hier tummelt sich manches schwarze Schaf, und es ist für Verbraucher schwierig, im Streitfall zu ihrem Recht zu kommen, wenn der Anbieter keine ladungsfähige Postadresse im Inland angegeben hat.

Erhöhte Vorsicht sollte man auch bei Produkten aus dem Internet walten lassen. Etliche der unseriös beworbenen Mittel sind in Deutschland nicht verkehrsfähig.

Die Verbraucherzentralen raten von solchen Produkten dringend ab.

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Letzte Änderung 
13. Mai 2014