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Naturland Wildfisch und Richtlinien für die Aquakultur

Das Siegel wird von Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V. vergeben, dessen Vorschriften teilweise über die Vorgaben der EG-Öko-Verordnung hinaus gehen. Neben Richtlinien für ökologische Aquakultur hat Naturland 2007 auch Richtlinien für nachhaltige Fischerei aufgestellt. Ihnen liegen sowohl soziale, als auch ökologische und ökonomische Kriterien zu Grunde liegen.

Die Naturland-Richtlinien für die Aquakultur sind beispielsweise in den folgenden Bereichen strenger als die Vorschriften der EU-Öko-Verordnung:

  • geringere Besatzdichten für viele Fisch- und Shrimpsarten
  • Verbot von kritischen Chemikalien, beispielsweise zur Imprägnierung von Netzgehegen und zur Konservierung bei der Verarbeitung
  • Höchstdauer und Mengenbegrenzung für den Transport von Fischen
  • längere Wartezeiten nach Medikamentengabe
  • Einhaltung von Sozialrichtlinien (angemessene Arbeits- und Lebensbedingungen)

Die Richtlinien für Nachhaltige Fischerei verbieten zum Beispiel den Einsatz von Grundschleppnetzen auf strukturreichen Meeresböden oder Praktiken, die zur Beschädigung von Korallenriffen führen. Neben solchen allgemeingültigen Regelungen gelten für jedes Naturland-zertifizierte Fischereiprojekt spezifische Vorschriften, beispielsweise für Fanggeräte, Fisch-Mindestgrößen oder Sicherheitsmaßnahmen für die Fischer.

Bevor ein Fischereiprojekt zertifiziert wird, muss der Inspektionsbericht veröffentlicht werden, um interessierten Organisationen, Experten oder Privatpersonen die Möglichkeit zu geben, diesen zu kommentieren kritisch zu hinterfragen.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Bei "Naturland Wildfisch" handelt es sich um ein vergleichsweise neues Siegel, welches bisher nur für Viktoriabarsch in Tansania vergeben wird. Dort gibt es in drei Regionen Pilotprojekte für nachhaltig gefangenen Viktoriabarsch. Grundsätzlich ist das Naturland-Wildfisch-Siegel positiv einzuschätzen.

Da die Verfügbarkeit von „Naturland-Wildfisch“ im Handel noch sehr gering ist, bietet es derzeit nur wenigen Verbrauchern eine Alternative zu „konventionellem Fisch“.

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Letzte Änderung 
8. Februar 2012