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Na dann Prost – Alkoholkennzeichnung

Schwarzwälder Kirschtorte © Marina Lohrbach - Fotolia.com

Wer aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen auf Alkohol in Lebensmitteln verzichten möchte, muss die Kennzeichnungsvorschriften und Kennzeichnungslücken kennen. Denn viele Lebensmittel enthalten Alkohol, ohne dass dies auf den ersten Blick erkennbar ist.

Alkohol als Zutat

Etliche Lebensmittel enthalten Alkohol als Bestandteil der Rezeptur. Dann muss die entsprechende Zutat in der Zutatenliste genannt sein. Alkoholhaltige Zutaten können beispielsweise Weinbrände oder Spirituosen wie Arrak, Cognac, Maraschino, Marc de Champagne, Cointreau oder Calvados sein. Wenn reiner Alkohol verwendet wird, findet man „Ethanol“ oder „Ethylalkohol“ im Zutatenverzeichnis. Besonders häufig ist Alkohol in Süßigkeiten, Desserts und Fertiggerichten. Aber auch Salatdressings, Feinkostsalate und Konfitüren enthalten gelegentlich Alkohol. Eine Angabe, wie viel Alkohol in festen Lebensmitteln steckt, ist nicht vorgeschrieben.

Natürlicher Alkoholgehalt

Aufgrund von natürlichen Gärungsprozessen finden sich geringe Mengen Alkohol in manchen Lebensmitteln – beispielsweise in reifen Bananen, Sauerkraut, Apfel- und Traubensaft oder auch in Weißbrot. Meist bleibt die Menge unter einem Prozent. Das macht sich in der Regel geschmacklich nicht bemerkbar und muss auch nicht gekennzeichnet sein. Essig kann sogar bis zu 1,5 Volumenprozent Alkohol enthalten.

Versteckter Alkohol

Viele Lebensmittel enthalten Alkohol, ohne dass auf der Verpackung darauf hingewiesen wird. Das ist dann der Fall, wenn die Oberfläche einer Verpackung kleiner als 10 Quadratzentimeter ist, zum Beispiel Portionspackungen im Hotel oder einzeln verkaufte Ostereier. Hier darf die Zutatenliste komplett fehlen.

Auch Aromen können Alkohol enthalten. Wird Alkohol als Lösemittel für Fruchtauszüge oder Aromen verwendet, die wiederum beispielsweise Kuchen zugesetzt werden, so ist er nicht kennzeichnungspflichtig. Verarbeitete Lebensmittel können aber auf diese Weise 0,01 bis 0,2 Prozent Alkohol enthalten.

Bei lose verkauften Lebensmitteln, beispielsweise Schwarzwälder Kirschtorte oder Berliner, ist die Angabe der Zutaten ebenfalls nicht vorgeschrieben. Dies gilt auch für Soßen, flambierte Gerichte, Obstsalate oder Eisbecher in Gaststätten, Eisdielen oder Kantinen

Alkohol in „alkoholfreien“ Lebensmitteln

Selbst der Hinweis „alkoholfrei“ gewährleistet nicht, dass kein Alkohol im Produkt ist. In „alkoholfreiem“ Bier kann bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol stecken.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Bei Alkohol als Zutat in Lebensmitteln ist der Alkoholgehalt meist zwar so gering, dass eine körperliche Wirkung ausgeschlossen ist. Für diejenigen, die Alkohol vollständig meiden möchten oder müssen, ist es dennoch unzumutbar, dass sie sämtliche Informationen auf der Verpackung durchforsten müssen und selbst dann keine endgültige Sicherheit für ein wirklich „alkoholfreies“ Produkt besteht.

Um Transparenz beim Einkaufen zu schaffen, muss die Kennzeichnung alkoholhaltiger Lebensmittel verbessert werden: Lebensmittelklarheit.de fordert einen eindeutigen, gut erkennbaren Alkoholhinweis auf der Schauseite von Lebensmitteln.

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Letzte Änderung 
13. August 2014