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Kokosblütenzucker: Viele Versprechungen, wenige Beweise

Kokosblütenzucker
© lebensmittelklarheit.de

Kokosblütenzucker wird als natürliche Zuckeralternative vor allem in Reformhäusern, Naturkostläden und Drogerien, aber auch im Internet verkauft. Einige Hersteller vermitteln den Eindruck, dass das Süßungsmittel gesünder sei als Zucker. Sie werben mit einem vermeintlich hohen Nährstoffgehalt und niedrigem glykämischen Index. Dadurch soll der Zucker angeblich auch für Diabetiker geeignet sein. Doch Studien dazu gibt es kaum. 

Kokosblütenzucker wird aus dem Blütennektar der Kokospalme gewonnen. Der gesammelte Nektar wird eingekocht, getrocknet und anschließend gemahlen. Das Süßungsmittel ist überwiegend in Bioqualität erhältlich. Es wird größtenteils in Handarbeit gewonnen und nur gering verarbeitet. In der Zusammensetzung unterscheidet sich Kokosblütenzucker allerdings nicht allzu stark von Haushaltszucker: Der Anteil an Saccharose und dessen Bausteinen Fruktose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker) liegt etwa zwischen 70 und 96 Prozent. Daneben können sich in den Produkten bis zu 25 Prozent Wasser befinden. Weitere Inhaltsstoffe sind nur in sehr geringem Umfang enthalten.

Gesundheitsbezogene Angaben für Kokosblütenzucker nicht erlaubt

Bislang gibt es kaum Studien, die Aussagen über die gesundheitlichen Wirkungen von Kokosblütenzucker zulassen. Meist berufen sich Anbieter auf eine philippinische Studie, die angeblich den niedrigen glykämischen Index des Zuckers nachweist. Sie wurde allerdings an nur zehn Probanden durchgeführt und hat deshalb praktisch keine Aussagekraft. Es ist auch nicht nachvollziehbar, warum sich ein Zucker, der dem herkömmlichen Rübenzucker in der Zusammensetzung so stark ähnelt, grundsätzlich anders auf den Blutzuckerspiegel auswirken soll. In der Literatur gibt es bisher nur Vermutungen dazu.

Aus lebensmittelrechtlicher Sicht sind keinerlei Gesundheitsaussagen (Health Claims) für Kokosblütenzucker zugelassen. Das bedeutet, dass Hersteller keine gesundheitsbezogenen Angaben aufs Etikett schreiben und auch nicht damit werben dürfen.  
 

Einschätzung der Verbraucherzentrale

Kokosblütenzucker ist ein besonders gering verarbeiteter Zucker und kann für Menschen, die darauf besonderen Wert legen, eine Alternative zu herkömmlichem Zucker sein.

Allerdings muss der Zucker aus den Herstellungsländern, beispielsweise Indien oder den Philippinen, mehrere Tausend Kilometer weit transportiert werden, um bei uns ins Regal zu gelangen. Das ist wenig ökologisch.  

Die gesundheitlichen Aussagen zu Kokosblütenzucker sind zudem sehr kritisch zu sehen. Keinesfalls darf Kokosblütenzucker als geeignet für Diabetiker beworben werden. Das ist nicht nur unverantwortlich, sondern verboten.

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Letzte Änderung 
28. September 2016