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Fleisch von wild lebenden Tieren ist kein Bio-Wild

Damwild
© mg photo - fotolia.com

Der Begriff „Bio“ wird gerne als Werbeargument genutzt. Auch einige Anbieter von Wildfleisch bewerben ihre Produkte damit. Die EU-Öko-Verordnung stellt allerdings klar: Erzeugnisse der Jagd gelten nicht als „ökologisch“ oder „biologisch“. Anders sieht es aus, wenn ein Erzeuger Rehe, Hirsche oder Wildschweine nach ökologischen Kriterien im Gehege hält und daraus Fleisch erzeugt.

 

Zutaten Wildschweinsalami

Wild aus der Jagd kann kein Bio sein

Wild lebende Tiere fallen nicht in den Bereich der EU-Öko-Verordnung. Wörtlich heißt es: „Die Erzeugnisse der Jagd und der Fischerei wild lebender Tiere gelten nicht als aus ökologischer/biologischer Produktion stammend.“ Da die Bezeichnungen „Bio“ und „Öko“ geschützt sind, ist es auch nicht zulässig, Fleisch von wild lebenden Tieren mit diesen Begriffen zu bewerben. 

Für verarbeitete Produkte mit Bio-Zutatenderen Hauptzutat aus der Jagd stammt, gelten spezielle Regeln: So darf das Produkt in der Bezeichnung nicht „Bio“ genannt werden, auch wenn ansonsten alle Voraussetzungen für Bioprodukte erfüllt sind. Auch das EU-Bio-Logo ist nicht erlaubt. In der Zutatenliste darf der Hersteller jedoch auf die biologische Produktion hinweisen. Zudem kann er im gleichen Sichtfeld, in dem die Bezeichnung steht, auf die Verwendung biologischer Zutaten hinweisen.

Damwildsalami

Farmwild gibt es auch in Bio-Qualität

Erzeuger, die normalerweise wild lebende Tierarten wie Hirsche oder Rehe im Gehege halten, können ihre Produkte unter bestimmten Voraussetzungen dennoch mit „Bio“ kennzeichnen. Sie müssen dazu die Kriterien der EU-Öko-Verordnung sowie der EU-Öko-Durchführungsverordnung einhalten. Bislang sind allerdings nur für bestimmte Tierarten spezifische Öko-Kriterien definiert, beispielsweise für Rinder, Schweine und Geflügel. Für Rehe, Hirsche und andere Wildtiere fehlen dagegen Vorgaben für die Haltung und Fütterung. Deshalb sollten sich die Haltungs- und Fütterungsbedingungen von Gehegewild an den Öko-Bestimmungen für vergleichbare Nutztiere orientieren. Verarbeitete Produkte aus Farmwild können als „Bio“ bezeichnet werden, beispielsweise „Bio-Hirschsalami“.

Mehr als Bio?

Viele Händler von Wildfleisch kennzeichnen ihre Produkte korrekt und verzichten auf den Begriff „Bio“. Vereinzelt sind allerdings Produkte zu finden, die ihr Wildfleisch „Bio“ nennen, obwohl die Produkte aus der Jagd stammen. Andere Händler wiederum bewerben ihre Erzeugnisse aus der Jagd mit Slogans wie „mehr Bio geht nicht“. Aus unserer Sicht können solche Werbesprüche verwirren. Sie sind auch nicht korrekt. Denn laut EU-Recht ist der Begriff „Bio“ genau definiert und Produkten vorbehalten, die die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung einhalten.   

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Letzte Änderung 
11. September 2017

Kommentare

Warum dürfen dann Hobbyjäger, Wildfleisch, als Bio deklarieren und ohne Kontrollen an Restaurants verkaufen ?


Wildfleisch darf grundsätzlich nicht als „Bio“ beworben werden. Diese Rechtsvorschriften sind aber vielleicht nicht jedem Anbieter von Wildfleisch bekannt. Wenn Ihnen unzulässige Bio-Werbung auffällt, können Sie sich an die für die Lebensmittelüberwachung zuständige Behörde werden (s. Link in der Randspalte).


Es ist klar, dass die Deklaration 'Bio' gesetzlich bestimmten Bedingungen unterliegt und Wild deswegen nicht damit beworben werden darf. Aber wenn man bedenkt, wie sich Wild in der Natur ernährt, wie umweltschonend die 'Produktion' von 1 kg Wildschweinfleisch im Vergleich zu 1 kg Zuchtschweinfleisch ist und natürlich wie 'frei' das Tier gelebt hat, kommt das der Vorstellung, die die meisten Menschen von 'Bio' haben, ziemlich nahe.
Natürlich ist eine Kontrolle unmöglich. Vielleicht isst ein Tier Müll, welcher im Wald abgeladen wurden usw. diese Gefahr ist selbstverständlich vorhanden, dennoch bin ich der Meinung, dass Wild genauso Bio wie 'Bio' ist, wenn auch nicht deklarierbar.