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Fisch, frisch und gefroren: Herkunftsangaben müssen sein

Fisch
Fisch © ji_images - Fotolia.com

Zwischen 14 und 15 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte isst jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr.

Wer zu frischen oder tiefgekühlten Fischen oder Fischfilets greift, erfährt beim Kauf sowohl die Herkunft als auch die Produktionsmethode. Wurde der Fisch aber beispielsweise zu Konserven verarbeitet, so sind diese Angaben allenfalls als freiwillige Informationen zu finden.

Das ist Pflicht

An der Bedienungstheke angebotener, unverarbeiteter Frischfisch und tiefgekühlter Fisch, sowie getrockneter, gesalzener und geräucherter Fisch unterliegen speziellen Kennzeichnungsvorschriften.

Zur Pflichtkennzeichnung gehören:

  • die Handelsbezeichnung der Fischart und der wissenschaftliche Name
  • die Produktionsmethode, vorzugsweise mit den Worten:
    • bei Seefisch: „…gefangen …“
    • aus Seen oder Flüssen: „… aus Binnenfischerei …
    • aus der Zucht: “…in Aquakultur gewonnen…“,
  • das Fang- beziehungsweise Produktionsgebiet,
  • die Kategorie des Fanggeräts

Für Seefisch gibt es 19 definierte Fanggebiete wie Nordwestatlantik, Nordostatlantik, Mittlerer Ostantlantik und Südwestatlantik, die nochmals in kleinere Unterfanggebiete unterteilt werden.

  • Bei Fisch der in den Gebieten Nordostatlantik (einschließlich Ostsee), Mittelmeer oder Schwarzes Meer gefangen wurde, muss das Untergebiet angegeben werden, sowie der Name des Fischereigebiets in einer verständlichen Form oder in Form einer Karte oder eines Piktogramms. Eine korrekte Kennzeichnung lautet beispielsweise „Kabeljau gefangen im Öresund, Westliche Ostsee“.
  • Bei allen in anderen Fanggebieten gefangenen Seefischen reicht die Angabe des großen FAO-Fanggebietes, beispielsweise „Alaska-Seelachs gefangen im Nordwestpazifik“. Eine genauere Angabe des Unterfanggebiets ist freiwillig möglich.

Bei Fischen aus Binnenfischerei (See oder Fluss) ist das Ursprungsgewässer, sowie das Herkunftsland anzugeben. Möglich wäre beispielsweise die Angabe „Chiemsee-Barsch aus Binnenfischerei, Deutschland“.

Bei der Zucht in Aquakultur, muss das Land genannt werden, in dem der Fisch mehr als die Hälfte seines endgültigen Gewichts erlangt oder sich während mehr als der Hälfte der Aufzuchtzeit befunden hat. Zulässig wäre beispielsweise die Angabe „Lachs, in Aquakultur gewonnen in Norwegen“.

Wichtig für die Kaufentscheidung

Aus unterschiedlichen Gründen können diese Informationen beim Fischkauf entscheidend sein. Wer beim Einkauf beispielsweise den Nährstoffgehalt berücksichtigen möchte, benötigt diese Angaben, denn Seefisch enthält mehr Jod und Omega-3-Fettsäuren als Süßwasserfisch.

Verbraucher, die Produkte aus überfischten Gebieten vermeiden wollen, sind auf die Kennzeichnung des Fanggebiets angewiesen.

Ausnahmen

Während unverarbeitete ganze Fische, Fischfilets oder kleinere Fischstücke und geräucherter, gesalzener und getrockneter Fisch die Kennzeichnung aufweisen müssen, sucht man die Angaben auf Fischkonserven oft vergeblich. Denn zubereiteter oder haltbar gemachter Fisch wie Fischkonserven, Fischsalate und marinierter und gekochter Fisch sind von der speziellen Fischkennzeichnung ausgenommen.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Berichte der Lebensmittelüberwachung zeigen, dass Fisch nicht immer vorschriftsmäßig gekennzeichnet ist.

Verbraucher, die sich über die unzureichende Kennzeichnung ärgern, können sich direkt im Laden beschweren und die Lebensmittelüberwachung informieren. Diese sollte die Kennzeichnung von Fisch konsequent kontrollieren und Verstöße ahnden. Mitteilungen an Lebensmittelklarheit.de zeigen, dass sich Verbraucher Herkunftsangaben auch bei verarbeiteten Lebensmitteln wünschen, zum Beispiel auf Konserven. Wir fordern deshalb eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auch bei verarbeitetem Fisch.

 

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Letzte Änderung 
19. Oktober 2017