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Wurstsalat mit Mayo

Darf mehr Mayo als Wurst drin sein?

Wurstsalat mit viel Mayonnaise
© Photocrew - Fotolia.com

Frage

Auf der Verpackung steht „Wurstsalat 250 Gramm für 2,50 Euro“. Der Hauptbestandteil ist aber Mayonnaise. Wurst ist, laut Deklaration, nur 80 Gramm pro Becher enthalten. Das merkt man aber erst, wenn man ihn verzehrt und dann die Auflistung liest. Das Produkt müsste Mayonnaise-Salat heißen, weil es so viel Fett enthält. Darf dieses Produkt überhaupt Wurstsalat heißen?

Antwort

Wir können Ihre Beschwerde gut nachvollziehen, da die Bezeichnung „Wurstsalat“ einen hohen Wurstanteil erwarten lässt. Die Leitsätze für Feinkostsalate der Deutschen Lebensmittelbuchkommission beschreiben Mindest- und Höchstmengen einzelner Zutaten für verschiedene Salate.

Laut den Leitsätzen ist das Ausgangsmaterial für Wurstsalat geschnittene Wurst, Gurken und/oder Zwiebeln sowie andere würzende Zutaten.

Wird Speiseöl und/oder Essig für die Zubereitung gewählt, muss der Anteil an Wurst mindestens 50 Prozent betragen. Wird jedoch Mayonnaise oder Ähnliches verwendet, muss der Anteil an Wurst nur noch mindestens 25 Prozent betragen. Der Anteil an Gurken und weiteren würzenden Zutaten darf dann höchstens 25 Prozent betragen. Das bedeutet, dass die Salatsoße über 50 Prozent des Lebensmittels ausmachen kann.

Lediglich „Delikatess-Fleischsalat“, „Feiner Fleischsalat“ oder ähnlich bezeichnete Produkte müssen einen Fleisch- bzw. Brühwurstanteil von mindestens einem Drittel haben. Sie enthalten dann aber auch weniger Gurken und andere würzende Zutaten. Der Mayonnaise-Anteil von 50 Prozent bleibt gleich.

Da hilft nur der Blick auf das Etikett. Denn der Anteil an Wurst im Wurstsalat muss prozentual angegeben werden, entweder im Zutatenverzeichnis oder in der Bezeichnung des Lebensmittels.

 

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Letzte Änderung 
27. Oktober 2017

Kommentare

So sehen's die Hersteller:

Feinkostsalate setzen sich aus den unterschiedlichsten Zutaten pflanzlicher und/oder tierischer Herkunft in einer geschmacklich darauf abgestimmten Sauce zusammen. Diese Sauce ist häufig Mayonnaise oder Salatmayonnaise, weshalb es für Verbraucher natürlich keinen Informationswert hätte, von einem Mayonnaise-Salat zu sprechen. Die Vorstellung, die Bezeichnung eines Produkts müsste stets die mengenmäßig größte Zutat nennen, ist irrig. Informativer ist es aus unserer Sicht, wenn die Bezeichnung auf die charakteristischen, Wert gebenden Zutaten hinweist (wie es das Lebensmittelrecht für beschreibende Bezeichnungen auch fordert). Weitere Informationen können dem Zutatenverzeichnis nebst Mengenkennzeichnung (QUID) entnommen werden.

Die Mengenanteile bei Feinkostsalaten sind im Übrigen nicht aus der Luft gegriffen, sondern beruhen auf Verkostungen und Verbraucherbefragungen. Zudem spielt auch der übliche Verwendungszweck bei der Entscheidung der Hersteller über Mengen eine Rolle. So ist der Saucenanteil bei Salaten, die gerne als Brotbelag verwendet werden, häufig etwas höher.

Soweit in diesem Artikel auf den hohen Fettgehalt von Wurstsalat hingewiesen wird: Natürlich gibt es ihn auch in fettreduzierten Varianten, denn die Sauce muss nicht stets Mayonnaise sein.

Kulinaria Deutschland e.V.


Wie immer geht's der Profitindustrie auch hier nur um Betrug wo's nur geht.
Gefängnisstrafe für den bloßen Versuch wäre die einzig richtige Regelung.