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Wie viel Wasser darf Kokosmilch enthalten?

Wie viel darf man hinzufügen, sodass sie noch als Kokosmilch deklariert werden darf?

Kokosmilch
© Lana Langlois - Fotolia.com

Frage

Wird "Kokosmilch" als eine zusammengesetzte Zutat betrachtet? Muss sie demnach als "Kokosmilch (Kokosnussextrakt, Wasser)" im Zutatenverzeichnis angegeben werden? Und gibt es eine gesetzliche Definition für Kokosmilch? Wie viel Wasser darf man der Kokosmilch hinzufügen, sodass sie noch als Kokosmilch deklariert werden darf?

Antwort

Sie haben recht, Kokosmilch ist eine zusammengesetzte Zutat. Es handelt sich nicht um die Flüssigkeit aus der Kokosnuss, sondern um gepresstes Kokosfleisch mit Wasser. Sie muss, wenn sie einem weiteren Lebensmittel zugefügt wird, mit ihren Einzelzutaten deklariert werden.

Eine gesetzliche Definition für Kokosmilch gibt es nicht. Allerdings schreibt die EU-Lebensmittelinformationsverordnung vor, dass eine Zutat, die auf einem Lebensmittel besonders hervorgehoben wird – in diesem Fall „Kokos“ – mit ihrem Mengenanteil gekennzeichnet werden muss. Das heißt, der Hersteller muss auf der Verpackung den prozentualen Kokosanteil angeben.

Einen vorgeschriebenen Mindestgehalt an Kokos gibt es nicht. Vermutlich orientieren sich viele Hersteller am so genannten Codex Alimentarius. Dort sind Standards für Kokosmilch definiert – unter anderem ein Mindestfettgehalt von zehn Prozent für Kokosmilch und fünf Prozent für fettreduzierte Kokosmilch – allerdings keine Werte für den Mindestgehalt an Kokos. Diese Standards sind jedoch bislang nicht in europäisches Lebensmittelrecht umgesetzt und daher nicht rechtsverbindlich.

Grundsätzlich gilt aber das Verbot der Täuschung oder Irreführung. Würde ein Hersteller den Kokosanteil beispielsweise durch andere Zutaten – wie Pflanzenfett oder Soja – teilweise ersetzen, ohne dies in der Bezeichnung deutlich zu machen, könnte eine Täuschung vorliegen. Im Einzelfall müsste dies gegebenenfalls ein Gericht entscheiden.

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Letzte Änderung 
15. Dezember 2016

Kommentare

Der Bericht ist inhaltlich falsch und wird dem Anspruch der Webpage nicht gerecht. Man könnte auch sagen: So ein Quatsch. Rechtliche Grundlagen sind im Codex Alimentarius genau definiert. Und diese Rechtsgrundlage gilt auch für den EU Raum.


Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben in unserer Antwort eine Passage zum Codex Alimentarius ergänzt. Wir weisen jedoch darauf hin, dass der Codex Alimentarius keine rechtsverbindliche Regelung ist.


Hat jemand Fallbeispiele, wo in einem Rechtsstreit auf den Codex verwiesen wurde? (denn rechltich verbindlich ist er nicht)
Eine Kokosmilch mit 9% Fettgehalt wird z.B. nicht als nicht-verkehrsfähig eingestuft werden. Beispiele bitte nennen, bin sehr gespannt, um zu lernen


Zumindest würde man den Codex Alimentarius bei der Beurteilung der allgemeinen Handels- bez. Verkehrsauffassung heranziehen, wenn es weder rechtliche Vorgaben noch Leitsätze gibt.