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wärmebehandelter Jogurt

Darf er als Joghurt bezeichnet werden?

Joghurtbecher
Joghurtbecher © bluedesign - Fotolia.com

Frage

Ich kaufe hin und wieder Joghurt pur, dann aber vor allem fettreduzierte Varianten. Ich war nun letztens ein wenig überrascht, dass auf der Zutatenliste Gelatine mit aufgeführt war. Daraufhin kam ich auf Ihr Forum und der Beantwortung zur Frage „Darf in Joghurt Gelatine sein?“. Nun habe ich dazu noch zwei weitere Fragen: Wenn der Joghurt wärmebehandelt wird, enthält dieser dann überhaupt noch die nützlichen (oder wie das Werbetechnisch immer gesagt wird) Kulturen? Warum darf das Produkt trotzdem noch Joghurt heißen und nicht Joghurtdessert oder ähnlich um das von "originalen" Joghurt zu unterscheiden? Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Antwort

Ein Joghurt der nach der Fermentation wärmebehandelt wurde, wird nicht mehr als „Joghurt“ bezeichnet, sondern als „Joghurterzeugnis“. Die Verordnung über Milcherzeugnisse unterscheidet dabei zwischen Standardsorten und Gruppen.

„Joghurt“, „Joghurt mild“ oder auch „fettarmer Joghurt“ sind die Standardsorten. Werden sie wärmebehandelt, erhalten sie den Gruppennamen „Joghurterzeugnis“. Außerdem muss die Wärmebehandlung gekennzeichnet werden. Eine Zusatz von Stärke oder Speisegelatine ist nur für wärmebehandelte Erzeugnisse erlaubt.

Die Wärmebehandlung führt tatsächlich zum Absterben der Joghurtkulturen. Ernährungsphysiologisch unterscheidet sich ein wärmebehandeltes Joghurterzeugnis daher von einem Joghurt.

Mit den „nützlichen Eigenschaften“ bestimmter Bakterienkulturen dürfen Hersteller allerdings ohnehin nicht werben, denn solche sogenannten „gesundheitsbezogenen Angaben“ werden durch die Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel geregelt. Und alle beantragen „gesundheitsbezogene Angaben“ für die Wirkung verschiedener Bakterienkulturen wurden abgelehnt und dürfen deshalb nicht mehr verwendet werden.

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Letzte Änderung 
30. Juni 2015