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Vanillearoma und Vanilleschoten im Pudding

Woher kommt der Vanillegeschmack?

© W. Heiber Fotostudio - Fotolia

Frage

In einem Pudding sind laut Zutatenliste neben Stärke, Salz und Farbstoffen sowohl „natürliches Bourbon-Vanille Aroma“, als auch „gemahlene extrahierte Vanilleschoten“ und „natürliches Aroma“ enthalten. Nach der Vorderseite mit Blüte und der Bezeichnung "Feiner Bourbon-Vanille-Pudding" erwarte ich echte Vanille.  Darunter verstehe ich auch nicht unbedingt die gemahlene Schote, sondern die Körnchen in der Schote. Von den "natürlichen Aromen" ist mir bekannt, dass diese auf Sägespänen gezüchtet werden, also nicht der Pflanze entstammen. Sie werden, soweit ich weiß, meist als "Vanillin" bezeichnet. Rätseln kann man dann darüber, in welchem Verhältnis natürliches Aroma und gemahlene Vanilleschoten im Pudding enthalten sind. Und was sind "extrahierte Vanilleschoten"? Oder ist das eine Umschreibung, dass nicht die Schoten, sondern die Vanillekörnchen vorher extrahiert wurden?

Antwort

Der Begriff „natürliches Vanillearoma“ ist gesetzlich definiert. Es muss zu 95 Prozent aus der echten Vanillepflanze stammen. Sie können davon ausgehen, dass in dem Produkt echtes natürliches Vanillearoma enthalten ist.

Weitgehend unklar ist dagegen die Herkunft von „natürlichem Aroma“. Es stammt laut rechtlicher Definition aus einem Naturstoff, aber nicht aus der Vanille. Hier braucht der Hersteller leider keine näheren Angaben zu machen. Sie haben daher kaum Möglichkeiten zu erfahren, welches Aroma der Hersteller hier verwendet. Möglicherweise soll es nicht das Vanillearoma verstärken, sondern einen sahnigen Geschmack oder ähnliches erzeugen.

Nicht nur die Körnchen in der Schote, sondern auch die ganze Schoten enthalten natürliche Aromastoffe. Um natürliche Vanilleextrakte und –aromen zu gewinnen, werden die Vanilleschoten extrahiert. Dabei werden den Schoten mithilfe eines Lösungsmittels die geschmacksgebenden Bestandteile entzogen. „Extrahierte Vanilleschoten“ tragen daher nicht oder nur wenig zum Vanillearoma bei. Sie sorgen lediglich für die typischen schwarzen Pünktchen bei Vanilleprodukten, die Verbraucher leicht für ein Zeichen halten können, dass „echte Vanille“ enthalten ist.

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Letzte Änderung 
8. Februar 2017

Kommentare

dürfen in einem solchen Fall dann Schoten + Blüten abgebildet werden?


Rechtlich ist das nicht geregelt. Nach unserer Auffassung darf Vanille nur abgebildet sein, wenn das Aroma vollständig aus der Vanille stammt, also entweder „natürliches Vanillearoma“ oder Vanilleschote als Gewürz enthalten ist. Eine extrahierte Schote bringt praktisch kein Aroma und kann allenfalls als zusätzliche Zutat dienen.

Das Produkt sollte aus unserer Sicht nicht zusätzlich „Aroma“ oder „natürliches Aroma“ enthalten, sofern dies einen Vanillegeschmack hat. Für das beschriebene Beispiel wäre somit die Geschmacksrichtung des Aromas entscheidend – die man anhand der Angabe „natürliches Aroma“ aber nicht erkennen kann. Allein anhand der Kennzeichnung ist die Frage leider nicht zu beantworten.


Das ist durchaus rechtlich geregelt in der EU-Verordnung 1169/2011. Demnach darf eine Pflanze/Frucht abgebildet sein, wenn Bestandteile oder Extrakte der entsprechenden Pflanze enthalten sind. Dies ist hier gegeben und damit rechtlich einwandfrei. Sie haben Recht,- eine bereits extahierte Schote wertet das Produkt hauptsächlich optisch auf. Trotzdem ist die Frage eindeutig mit "Ja" zu beantworten. Es befindet sich Vanilleschote im Produkt, daher ist es legitim Pflanzenteile der Vanille abzubilden.


Ganz klar ja,- das darf.


Das sehen wir anders für den Fall, dass ein Produkt zusätzlich Aroma enthält, das nach Vanille schmeckt aber nicht aus Vanille stammt. Denn wenn Bourbon-Vanille oder „echte“ Vanille in Wort und/oder Bild beworben wird, muss das Aroma auch vollständig daraus stammen. Diese Auffassung vertritt auch die Lebensmittelüberwachung Baden-Württemberg.http://www.ua-bw.de/uploaddoc/portal/Verfaelschungen_Vanillin.pdf