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Puddingpulver

Warum ist auf Puddingpulver keine Füllmenge angegeben?

Frage

Bei Schokoladenpuddingpulver zum Kochen kann ich auf der Verpackung nirgendwo eine Mengenangabe entdecken. Ist das statthaft? Andere Puddingpulver haben die Angabe.

Antwort

Die Füllmenge ist eine Pflichtkennzeichnung auf fertig verpackten Lebensmitteln.

Entsprechend der Fertigpackungsverordnung muss die Füllmenge bei flüssigen Lebensmitteln grundsätzlich in Volumen – also in Litern oder Millilitern – und bei allen anderen Lebensmitteln in Gewicht angegeben werden.

Dazu gibt es jedoch einige Ausnahmen. Unter anderem erfolgt die Kennzeichnung der Füllmenge auf Puddingpulver und ähnlichen Erzeugnissen mit der Menge der Flüssigkeit, die zur Zubereitung erforderlich ist.

Sie müssten auf Ihrer Puddingpulver-Verpackung also finden können, für welche Flüssigkeitsmenge das Pulver gedacht ist.

Diese Kennzeichnung ist rechtlich ausreichend. Einige Hersteller geben aber auf freiwilliger Basis zusätzlich die Füllmenge des Pulvers in Gramm an, was viele Verbraucher auf Lebensmittelverpackungen auch erwarten.

Aus Sicht der Verbraucherzentrale sollten beide Angaben verpflichtend sein.

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Letzte Änderung 
26. Juli 2016

Kommentare

So sehen's die Hersteller:

Für die Herstellung von vielen Lebensmitteln des alltäglichen Verzehrs in Privathaushalten greifen Verbraucher gerne auf Trockenprodukte zurück, welche durch Zugabe von Wasser, Milch oder anderen Zutaten und einer kurzen Zubereitungszeit zu einer verzehrfertigen Mahlzeit zubereitet werden können.

Da die Trockenprodukte aufgrund ihrer natürlichen Beschaffenheit und ihrer unterschiedlichen Zusammensetzung eine unterschiedliche Einsatzmenge erfordern, ist die Angabe der Nettofüllmenge für den Endverbraucher wenig hilfreich. Entscheidend für Verbraucher ist nicht, wieviel Gramm Pulver in der Packung enthalten sind, sondern welche Menge an verzehrfertiger Speise aus dem erworbenen Trockenprodukt hergestellt werden kann.

Die von den Verbraucherzentralen geforderte Doppelkennzeichnung ist insofern ungünstig, als die Angabe der Nettofüllmenge in Gramm die Pflicht zur Grundpreisangabe auslöst, die dann auf das Trockenprodukt bezogen werden muss. Bei Unterschieden in der Ergiebigkeit ist das ein missverständlicher und letztlich nicht aussagekräftiger Grundpreis. Den Grundpreis auf das verzehrfertig zubereitete Produkt zu beziehen ist ebenfalls keine Lösung, jedenfalls dann, wenn das Produkt mit anderen Zutaten als mit Wasser hergestellt wird. So müsste der fiktive Preis der vom Verbraucher zuzugebenden Milch in den Grundpreis eines Puddingpulvers einrechnet werden; da dieser aber nicht feststeht, ist dies seriöserweise gar nicht möglich. Daher ist es sinnvoll, dass bei diesen Produkten von vornherein keine Pflicht zur Grundpreisangabe besteht (denn es handelt sich nicht um Waren in Packungen, die nach Gewicht oder Volumen angeboten werden).

Aus Sicht der Hersteller findet die gesetzliche Regelung einen ausgewogenen Interessenausgleich zwischen den Besonderheiten von konzentrierten / trockenen Produkten und sinnvoller Verbraucherinformation; sie sollte unverändert beibehalten werden.

Kulinaria Deutschland e.V.
www.kulinaria.org