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Produkte mit Sojaisoflavonen „für die Wechseljahre“

Ist solche gesundheitsbezogene Werbung nicht verboten?

Frage

Es werden häufig Produkte mit Sojaisoflavonen für die Wechseljahre angeboten. Für Sojaisoflavone gibt es aber keine Health Claims. Ist es dann erlaubt, diese Produkte mit beispielsweise "für die Wechseljahre" zu bewerben?

Antwort

Nach unserer Rechtsauffassung ist es nicht erlaubt, Sojaisoflavone in Lebensmitteln gesundheitsbezogen zu bewerben.

Dieses Verbot bezieht sich auch auf Nahrungsergänzungsmittel. Sie gehören rechtlich zu den Lebensmitteln und unterliegen der so genannten Health-Claims-Verordnung, die gesundheitsbezogene Angaben regelt.

Sojaisoflavone findet man auch in Arzneimitteln. Diese benötigen eine Zulassung nach dem Arzneimittelrecht.

Für Nahrungsergänzungsmittel gilt:

Generell sind nur gesundheitsbezogene Angaben erlaubt, die durch die Europäische Kommission zugelassen wurden. Für die Zulassung ist zunächst eine Prüfung erforderlich, ob die behaupteten gesundheitlichen Wirkungen wissenschaftlich nachgewiesen sind. Die beantragten Werbeaussagen für Sojaisoflavone sind dabei „durchgefallen“. Aus Sicht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, die die Angaben prüft, war der wissenschaftliche Nachweis nicht ausreichend. 

Wir haben festgestellt, dass Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln mit Sojaisoflavonen nun folgende Strategie verfolgen:

Die Isoflavone dienen nur noch als „Schmuckzutat“. Die Mittel enthalten als weitere Zutaten Vitamine und Mineralstoffe, für die es zugelassene gesundheitsbezogene Angaben gibt.

Die Angabe „zur Erhaltung normaler Knochen“ ist beispielsweise zugelassen für Kalzium, Magnesium, Mangan, Phosphor, Vitamin C und Vitamin D. Vitamin B6 trägt laut Zulassung „zur Regulierung der Hormontätigkeit bei“ und an der „normalen Funktion des Nervensystems“ sind beispielsweise die Vitamine B1, B2, B12 und Magnesium beteiligt.

Wichtig dabei ist, dass sich die Werbeaussagen eindeutig auf die zugesetzten Nährstoffe beziehen und nicht als Wirkungen der Sojaisoflavone missverstanden werden können.

Vermutlich gibt es aber – vor allem im Internet – nach wie vor Firmen, die ihre Isoflavon-Produkte unzulässig als Mittel gegen Wechseljahrbeschwerden bewerben.

Wenn Sie sich über ein konkretes Produkt ärgern, weil sie die Werbung für täuschend halten, können Sie es in unserem Produktbereich melden.

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Letzte Änderung 
18. September 2015