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„Natürlich“-Werbung

Was soll am Begriff "natürlich" positiv hervorhebend sein?

Künstlich und natürlich
Künstlich und natürlich © iQoncept - Fotolia.com

Frage

Die Aussage, dass irgendwas "natürlich" ist, ist absolut unsinnig. Nicht, weil dann auch künstliche Moleküle nach einem natürlichen Vorbild enthalten sein können – das ist nicht das Problem. Aber "natürlich" sind eben auch Schlangengift, Arsen und radioaktive Strahlung. Was soll daran denn positiv hervorhebend sein? "Unnatürlich" hingegen sind zum Beispiel Besteck aus Edelstahl und Tisch und Stühle zu benutzen... Bitte schreiben Sie doch mal etwas über diese unsinnige Angabe, damit den Leuten klar wird, dass "natürlich" noch nicht mal gut ist, wenn es ganz wahr und korrekt auf Lebensmitteln steht. Und im Gegensatz dazu: Künstlich kann auch gut und richtig sein.

Antwort

Unbestritten gibt es in der Natur viele Substanzen, die gesundheitsschädlich sind.

Der wichtigste Grundsatz im Lebensmittelrecht ist aber, dass Lebensmittel nicht gesundheitsschädlich sein dürfen.

Da es im Portal Lebensmittelklarheit.de ausschließlich um die Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmittel geht, beschränken wir uns hier auf den Begriff „natürlich“ in Zusammenhang mit Lebensmitteln.

Findet man die Angabe „natürlich“ auf Produktverpackungen, handelt es sich in der Regel um Werbeaussagen, die dann tatsächlich positive belegte Eigenschaften wie „wenig verarbeitet“ oder „unverarbeitet“ vermitteln sollen. Beispielsweise findet man sie im Zusammenhang mit einem Verzicht auf Zusatzstoffe.

Angaben wie „natürlich“ oder „Natur“ auf Lebensmitteln sind in den meisten Fällen rechtlich nicht geregelt. Sie dürfen aber grundsätzlich nicht irreführend sein. Welche Anforderungen sie im Einzelnen erfüllen müssen, hängt in erster Linie von dem Kontext ab, in dem sie genannt werden.

In einigen Zusammenhängen ist die Angabe „natürlich“ aber rechtsverbindlich definiert:

Die Angabe „natürlich“ bei Aromen und steht dort für die Herkunft aus natürlichen Rohstoffen wie Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen.

Auch die Anforderungen für „natürliches Mineralwasser“ sind rechtlich festgelegt. Dort wird die „ursprüngliche Reinheit“ gefordert: Alle Inhaltsstoffe müssen natürlichen Ursprungs sein und dürfen nicht beispielsweise durch Umweltverschmutzung hineingelangt sein.

Die Angabe „zuckerfrei – enthält von Natur aus Zucker“ ist ebenfalls geregelt. Sie ist für Produkte vorgesehen, die zwar ohne einen Zusatz von Zucker hergestellt wurden, aber dennoch erhebliche Mengen Zucker enthalten können, weil dieser in zuckerhaltigen Zutaten wie Obst steckt.

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Letzte Änderung 
7. August 2015