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Mehlbehandlungsmittel

Muss Mehlbehandlungsmittel in Brötchen gekennzeichnet sein?

Rubrik 
Zutaten + Zusatzstoffe

Frage

In das Weizenmehl von Brötchen und auch von Keksen wird häufig das Mehlbehandlungsmittel E920 beigemischt. Laut einer Internetseite über Lebensmittelzusatzstoffe muss dieser Zusatzstoff, die aus technologischen Gründen eingesetzt wird, in der Zutatenliste nicht deklariert werden.

Eine Firma, die ich angeschrieben habe, versicherte mir jedoch, dass diese zu kennzeichnen seien. Welche der Informationen ist demnach richtig?

Antwort

Der Zusatzstoff L-Cystein mit der E-Nummer E 920 wird als Mehlbehandlungsmittel bei der Teigherstellung verwendet.

Es macht Teige elastischer und leichter knetbar. Das durch Hefen gebildete Gas bleibt im Teig besser erhalten. Darüber hinaus kann L-Cystein den Geschmack herzhafter Lebensmittel verstärken.

In fertig verpacktem Brot, Brötchen und Keksen müssen in der Zutatenliste grundsätzlich alle Zutaten aufgelistet sein. Allerdings gibt es bei Zusatzstoffen eine Ausnahme: Sie sind nicht mehr kennzeichnungspflichtig, wenn sie über eine Zutat ins Lebensmittel gelangen und im Enderzeugnis keine technologische Wirksamkeit mehr besitzen.

Nach unserer Rechtsauffassung zu dieser Vorschrift fällt L-Cystein aber nicht unter die Ausnahmeregelung und gehört somit in die Zutatenliste von Backwaren. Es übt seine Funktion bei der Herstellung des Endproduktes aus und beeinflusst dadurch die Qualität des fertig gebackenen Produktes. Unter einer „technologischen Wirksamkeit im Enderzeugnis“ verstehen wir nicht nur eine Wirkung im fertig gebackenen Produkt, sondern auch während des Herstellungsprozesses, in diesem Fall bei der Teigbereitung.

Rechtsvorschriften werden von den verschiedenen Marktteilnehmern manchmal unterschiedlich aufgefasst. Das Wissensforum Backwaren e.V. kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatz von L-Cystein in Mehl auf verpacktem Brot nicht kennzeichnungspflichtig ist.

Hinweis: Nur verpackte Backwaren müssen eine Zutatenliste tragen. Bei lose verkauften Brötchen erfahren Sie die Zutaten in der Regel nicht.

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Letzte Änderung 
29. April 2015