Skip to content Skip to navigation

Schriftgröße

-A +A

Kennzeichnung „lt. Gesetz"

Bedeutet das, dass bestimmte Stoffe nicht gekennzeichnet werden müssen?

Frage

Häufig höre ich, dass die Bezeichnungen „lt.Gesetz“ oder „laut Gesetz“ bedeuten, dass enthaltene Stoffe nicht kennzeichnungspflichtig sind – zum Beispiel weil ihre Zugabemenge bestimmte Grenzen nicht überschreitet oder nur die verwendeten Zutaten oder Ausgangsprodukte damit "behandelt" wurden. Ist das korrekt?

Antwort

Die Kennzeichnung „laut Gesetz“ wird häufig in Zusammenhang mit Zusatzstoffen verwendet – zum Beispiel „lt. Gesetz ohne Konservierungsstoffe“. Dieser Hinweis bedeutet, dass das Produkt ohne Konservierungsstoffe hergestellt wurde, diese aber auch gar nicht enthalten darf.

Der Grund, warum Hersteller diese Formulierung verwenden, ist das Verbot der Irreführung: Der Hinweis „Ohne Konservierungsstoffe“ gilt als Werbeaussage. Steht sie auf einem Produkt, das ohnehin keine Konservierungsstoffe enthalten darf, gilt dies als irreführend. Fachleute sprechen dann von einer „Werbung mit Selbstverständlichkeiten“.

Weist der Hersteller aber darauf hin, dass das Lebensmittel laut Gesetz ohne Konservierungsstoffe hergestellt werden muss, wird der Hinweis als nicht täuschend angesehen.

Allerdings sollte nach Ansicht der Verbraucherzentrale eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten grundsätzlich unterbleiben. Schlupflöcher wie der Zusatzhinweis „laut Gesetz“ sind aus unserer Sicht nicht akzeptabel. Eine Umfrage auf Lebensmittelklarheit hat zudem gezeigt, dass die Angabe nicht für alle Verbraucher verständlich ist.

Wie informativ fanden Sie diesen Beitrag? 
Durchschnitt: 3.7 (17 Stimmen)
Klicken Sie zur Bewertung auf die Sterne.
Letzte Änderung 
8. Dezember 2016

Kommentare

So sehen's die Hersteller:

Zum Irreführungsverbot sollte erwähnt werden, dass nicht jede selbstverständliche Aussage automatisch irreführend und damit verboten ist. Es kann auch ein Informationsinteresse der Verbraucher bestehen, die in der Regel eben keine Lebensmittelchemiker oder Juristen sind. So glauben nach wie vor viele Verbraucher fälschlicherweise, dass Konserven Konservierungsstoffe enthalten. Aus Sicht der Hersteller besteht hier ein legitimes Interesse daran, Verbraucher über die Abwesenheit von Konservierungsstoffen zu informieren, auch wenn es sich rechtlich betrachtet um eine Selbstverständlichkeit handelt. Von einem "Schlupfloch" zu sprechen, wird der Sache aus unserer Sicht nicht gerecht.

Der Vollständigkeit halber sollte auch erwähnt werden, dass die meisten Teilnehmer der von Lebensmittelklarheit initiierten Umfrage die Aussage "laut Gesetz" zutreffend verstanden haben.

Kulinaria Deutschland e.V.


Danke für Ihre Kommentar. Hilfreich.