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Johannisbeersirup – täuschende Bezeichnung?

Darf ein Sirup, der zu 90 Prozent aus Zuckerrohr besteht, Johannisbeersirup heißen?

Johannisbeersirup
© mamontova_yulia - fotolia.com

Frage

Der angepriesene "Johannisbeer Sirup", den ich kürzlich gekauft habe, besteht nur zu 9 Prozent aus „Schwarzer Johannisbeersaftkonzentrat“ und zu 90 Prozent aus Zuckerrohrsirup. Für mich müsste es dann "Zuckerrohrsirup" und nicht "Johannisbeersirup" heißen.

Antwort

Ein hoher Zuckergehalt von 50 Prozent und mehr ist bei Sirup üblich. Andere Hersteller verwenden statt Zuckerrohrsirup häufig Haushaltszucker und/ oder Glukose-Fruktose-Sirup. Der Fruchtgehalt ist in der Regel angegeben und beträgt bei vergleichbaren Produkten zwischen zehn und 50 Prozent.

Gemäß den Leitsätzen für Obsterzeugnisse wird Fruchtsirup aus Fruchtsaft, konzentriertem Fruchtsaft, Früchten oder Fruchtauszügen, jeweils unter Verwendung von Zuckerarten hergestellt. Dabei sollten für 1000 Gramm des Enderzeugnisses mindestens 350 Gramm Fruchtsaft oder Fruchtsaft aus Konzentrat zugefügt werden.

In dem von Ihnen genannten Fall hat der Hersteller neun Prozent Johannisbeersaftkonzentrat verwendet – das entspricht 90 Gramm pro 1000 Gramm Sirup. Unklar bleibt, welchem Anteil an Saft dies entsprechen würde.

Laut dem Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie lässt sich Konzentrat etwa auf die sechsfache Menge Fruchtsaft rückverdünnen. In dem von Ihnen angesprochenen Fall würde die angegebene Menge Johannisbeersaftkonzentrat bis zu 540 Gramm Johannisbeersaft entsprechen. Wir gehen daher davon aus, dass der Fruchtsaftgehalt den Vorgaben entsprechend ausreichend ist.

Nachvollziehen lässt sich dies aber kaum. Transparent wäre es, wenn der Hersteller angeben würde, welcher Menge Johannisbeersaft das verwendete Konzentrat entspricht.

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Letzte Änderung 
13. September 2017

Kommentare

Ich will ja wissen wonach der Sirup schmeckt. Stellen Sie sich mal ein Supermarktregal mit Zuckerrohrsirup und Zuckerrübensirup vor! Und dass Sirup mehr Zucker als Fruchtsaftanteil enthält versteht sich von selbst. Es ist irrelevant ob am Etikett die Angabe ergänzt wird, welcher Menge Johannisbeersaft das verwendete Konzentrat entspricht. Das entbehrt meines Erachtens jeglicher Grundlage.


Monika, ich stimme Ihnen vollkommen zu. Dieser Fall zeigt einmal wieder deutlich, wie unwissend der "mündige" Verbraucher heutzutage ist.
Wer schon einmal SELBST Sirup hergestellt hat, weiß, dass da nicht viel Frucht (aber viel Geschmack und Farbe von der Frucht) drin ist.