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„Naturbelassener“ Honig

Ist „naturblassen“ bei Honig eine Selbstverständlichkeit?

Honigglas
© tycoon101 - Fotolia.com

Frage

Ich habe im Handel einen Honig entdeckt, bei dem auf dem Etikett "naturbelassen" steht. Ist das rechtens? Bei Honig vom Imker gehe ich natürlich davon aus, dass der Honig naturbelassen ist. Aber es gibt im Handel ja auch viele Honige, die verschnitten sind, also eine Mischung von verschiedenen Honigen aus EG-/Nicht-EG-Ländern.

Antwort

Die Angabe „naturbelassen“ bei Honig ist lebensmittelrechtlich nicht definiert.

Die Honigverordnung schreibt vor, dass Honig keine anderen Stoffe als Honig zugefügt werden und keine honigeigenen Stoffe entzogen werden dürfen. Er darf nicht gegoren sein oder so stark erhitzt worden sein, dass die enthaltenen Enzyme erheblich inaktiviert wurden.

Insofern könnte Honig grundsätzlich als naturbelassen gelten.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hält die Angabe „naturbelassen“ auf Honig entsprechend für einen Hinweis auf eine Selbstverständlichkeit.

Allerdings ist nicht jedes Behandlungsverfahren verboten. Eine Ultraschallbehandlung ist beispielsweise möglich, um unerwünschte Bestandteile – wie Kristalle und Hefezellen – zu zerstören. Als „naturbelassen“ wäre der Honig dann streng genommen nicht mehr anzusehen.

Der Deutsche Imkerbund fordert für Honige, die die Bezeichnung „Echter Deutscher Honig" tragen, dass diese „naturbelassen“ sind, und setzt daran konkrete Bedingungen. Beispielsweise gelten bestimmte, im Vergleich zur Honigverordnung strengere Analysewerte, die auf eine Hitzebehandlung hinweisen. Außerdem dürfen die im Honig enthaltenen Pollen nicht herausgefiltert werden.
Die Angabe „naturbelassen“ ist somit nicht eindeutig als eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten zu werten. Ob sie eine Irreführung darstellt, kann nur ein Gerichtsverfahren abschließend klären.

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Letzte Änderung 
13. August 2015