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Glucosamin für Gelenke und Knochen

Ist solche Werbung nicht verboten?

Kniegelenk
Kniegelenk © westfotos.de - Fotolia.com

Frage

Auf Ihrer Seite habe ich gelesen, dass seit 2012 die Werbung mit Glucosamin für Gelenke und Knochen oder mit Cranberry für Blasengesundheit verboten ist. Dennoch finde ich sehr viele solcher Produkte im Internet. Diese werben zwar oft nicht direkt auf dem Produkt, also auf der Verpackung mit einem Claim, allerdings in der Produktbeschreibung. Ist das nicht genauso verboten? Oder "erlaubt" weil der Hersteller den Claim nur indirekt ausdrückt, zum Beispiel: „Studien haben gezeigt..“ oder „das Produkt wird angewendet für...“. Oder ist der Markt solcher Produkte nur so groß, dass die Kontrolle schwierig ist?

Antwort

Alle gesundheitsbezogenen Angaben für Glucosamin und Cranberry, die die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit geprüft hat, wurden abgelehnt. Deshalb wurde bisher keine Gesundheitswerbung für diese Inhaltsstoffe zugelassen.

Die Vorschriften für gesundheitsbezogene Angaben in der so genannten Health-Claims-Verordnung beziehen sich auf alle gesundheitsbezogenen Angaben, „die in kommerziellen Mitteilungen bei der Kennzeichnung und Aufmachung von oder bei der Werbung für Lebensmittel gemacht werden…“

Es spielt also keine Rolle, ob die Gesundheitswerbung auf der Lebensmittelverpackung steht, in einer Produktinformation oder in einer Werbeanzeige.

Wenn Sie Gesundheitswerbung auf Cranberry- oder Glucosaminpräparaten finden, ist zunächst einmal wichtig, ob es sich um ein Lebensmittel handelt. Auch Nahrungsergänzungsmittel gehören zu den Lebensmitteln. Arzneimittel fallen dagegen nicht unter die Health-Claims-Verordnung.

Weiterhin ist wichtig, auf welchen Inhaltsstoff sich die Werbung bezieht. Manche Hersteller, die zuvor Cranberrys oder Glucosamin beworben haben, setzen ihren Produkten inzwischen gezielt Vitamine oder Mineralstoffe zu, um weiterhin ähnliche gesundheitsbezogene Angaben nutzen. So bewerben sie beispielsweise statt der Cranberry Vitamin C für das Immunsystem oder statt Glucosamin Kalzium für gesunde Knochen. Die Werbung darf allerdings nicht den Eindruck vermitteln, dass Cranberry oder Glucosamin die wirksame Substanz ist. Im Zweifelsfall muss darüber ein Gericht entscheiden.

Auch aus unserer Sicht sind speziell im Internet noch viele unzulässige Gesundheitsversprechen zu finden. Das liegt sicher daran, dass der stationäre Handel weitaus übersichtlicher und besser zu kontrollieren ist als Internet-Angebote. Anbieter von Internet-Shops geben außerdem häufig eine Firmenadresse im Ausland oder eine unvollständige Andresse an, was die Rechtsdurchsetzung erschwert. Wenn ein Internetshop in Deutschland Lebensmittel anbietet, ist die Lebensmittelüberwachung aber für die Kontrolle dieser Produkte zuständig – inklusive der Werbung dafür.

Wenn Sie im Internet Gesundheitswerbung für Lebensmittel finden, die Sie für täuschend halten, können Sie sie uns im Produktbereich des Portals melden.

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Letzte Änderung 
24. April 2015