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Getränk mit Cranberry-Apfelgeschmack

Es sind Cranberrys und Äpfel abgebildet, jedoch nur Apfelsaft enthalten. Ist das erlaubt?

Rubrik 
Abbildungen
Cranberrys
© somchaij - Fotolia.com

Frage

Ich habe kürzlich ein Getränk mit Cranberry-Apfel Geschmack gekauft, auf dem ein Apfel und Cranberrys abgebildet sind. Allerdings ist nur Apfelsaft aus Apfelsaftkonzentrat (1%) enthalten und keine Cranberrys. Ist das rechtlich erlaubt?

Antwort

Fruchtgetränke, die durch ihre Aufmachung eine falsche Erwartung wecken, sind ein häufiges Ärgernis für Verbraucher. Laut Lebensmittelrecht ist eine Täuschung oder Irreführung der Verbraucher verboten. Ob die Kennzeichnung oder Werbung eines Lebensmittels tatsächlich täuschend ist, kann nur ein Gericht für den konkreten Einzelfall entscheiden.

Nach den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs für Erfrischungsgetränke ist es zulässig, bei einem Getränk bildliche Darstellungen zur Beschreibung der Geschmacksrichtung zu verwenden, auch wenn nur Aromen, aber keine Früchte eingesetzt werden. Dann sollte der Hersteller allerdings in Verbindung mit der Abbildung eine deutlich erkennbare Angabe wie „mit …Geschmack“ oder „mit … Aroma“ aufs Etikett drucken.

Handelt es sich bei den Fruchtabbildungen jedoch um naturgetreue Darstellungen von Früchten, sollte den Leitsätzen gemäß der jeweilige Fruchtsaft oder das jeweilige Fruchtmark enthalten sein. In dem von Ihnen geschilderten Fall käme es also darauf an, ob die Abbildung als naturgetreu anzusehen ist. Die Leitsätze sind rechtlich nicht bindend, werden jedoch von Gerichten häufig als Entscheidungshilfe herangezogen.

Das Portal Lebensmittelklarheit bietet Verbrauchern die Möglichkeit, Werbeaussagen oder Verpackungen, die sie als irreführend betrachten, zu melden. Liegt aus Sicht der Verbraucherzentralen eine Täuschung vor, können diese eine Abmahnung gegen den Anbieter aussprechen. Eine solche Abmahnung fordert eine Firma dazu auf, die fragliche Werbung zu unterlassen. Unterzeichnet das Unternehmen die Unterlassungserklärung nicht, beschreiten die Verbraucherzentralen nach Möglichkeit den Rechtsweg. Die Entscheidung, ob die Aufmachung des Lebensmittels täuschend ist, trifft dann ein Gericht.

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Letzte Änderung 
22. Dezember 2016