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Gesundheitsbezogene Angaben

Was passiert, wenn gesundheitsbezogene Angaben bei der Prüfung abgelehnt werden?

© Jean Kobben - fotolia.com

Frage

Was genau bedeutet es, wenn Werbeverspechen (Claims) aus der Health-Claims-Verordnung abgelehnt werden? Müssen die Hersteller dann sofort aufhören, die Produkte auf den Markt zu stellen? Besteht dann auch eine Abverkaufsfrist?
Dürfen die Hersteller nach einer Ablehnung eines Claims das Produkt überhaupt noch produzieren? Oder nur noch abverkaufen? Es wäre toll, wenn Sie mir dazu eine kurze Rückmeldung geben könnten. Ich verliere als Verbraucher da wirklich langsam den Durchblick.

Antwort

Gesundheitsbezogene Angaben sind in der EU-weit geltenden so genannten Health-Claims-Verordnung geregelt, der Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben.

Für die meisten dieser Angaben (Claims) wird eine Gemeinschaftsliste zusammengestellt. Danach sind Werbeaussagen EU-weit nur noch erlaubt, wenn sie in dieser Liste stehen und die Lebensmittel die dort angegebenen Bedingungen erfüllen oder wenn die Werbeaussagen in Einzelverfahren zugelassen wurden. Firmen haben dafür im Vorfeld sehr viele Gesundheitsaussagen eingereicht, die die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) prüfen musste bzw. noch prüfen muss.

Im Anschluss an die Wirksamkeitsprüfung durch die EFSA entscheidet die Europäische Kommission über die Zulassung von Claims.

Inzwischen gibt es eine Liste mit derzeit rund 230 erlaubten gesundheitsbezogenen Angaben, die weiter aktualisiert wird. Werbeaussagen für Nährstoffe, zum Beispiel zu Vitaminen und Mineralstoffen sind darin bereits geregelt: Gesundheitsbezogene Angaben, die nicht in die Gemeinschaftsliste aufgenommen wurden, sind schon seit dem 14.12.2012 nicht mehr erlaubt.

Ist ein Claim „durchgefallen“, so gilt die Werbung als nicht ausreichend wissenschaftlich nachgewiesen und somit als irreführend. Solche Werbeaussagen dürfen dann auf Lebensmittelverpackungen nicht mehr genutzt werden. Der Hersteller darf das Lebensmittel aber weiterhin produzieren, denn nur die abgelehnte Werbeaussage ist unzulässig.

Unklar ist die Situation bei Pflanzenstoffen, denn die meisten wurden bisher noch nicht bewertet.

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Letzte Änderung 
12. März 2015