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Gesundes Kokosöl

Darf Kokosöl als ein gesünderes Fett beworben werden?

Kokosöl
© highwaystarz - fotolia.com

Frage

Ich bin auf eine Werbung für Kokosöl gestoßen. Dort wird behauptet „...Plätzchen, Gebäck etc. erhalten durch das Kokosöl einen wunderbar zarten, exotischen Geschmacks und sind wesentlich gesünder als Buttergebäck“. Ist diese Behauptung erlaubt?

Antwort

Die Werbung „… sind wesentlich gesünder als Buttergebäck“ ist aus unserer Sicht eine gesundheitsbezogene Angabe, und zwar eine unspezifische, denn sie bezieht sich auf die Gesundheit im Allgemeinen.

Die Verwendung gesundheitsbezogener Angaben ist durch die Health Claims-Verordnung (HCV) geregelt. Danach sind allgemeine Gesundheitsangaben nur erlaubt, wenn sie durch zugelassene spezielle gesundheitsbezogene Angaben ergänzt werden. Es müsste also noch erklärt werden, worin der Vorteil für die Gesundheit genau besteht.

Für Kokosöl gibt es aber keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben, die den positiven Effekt für die Gesundheit genauer benennen. Die Werbung, dass Plätzchen mit Kokosöl „wesentlich gesünder“ sind als Buttergebäck, ist aus unserer Sicht deshalb nicht erlaubt. 

Unabhängig davon ist sie für uns auch nicht nachvollziehbar.

Kokosöl ist mit einem Gehalt von rund 92 Prozent reich an gesättigten Fettsäuren. Butter enthält im Vergleich rund 52 Prozent gesättigte Fettsäuren. Eine hohe Zufuhr gesättigter Fettsäuren wird in Fachkreisen kritisch gesehen, da sie den Fettstoffwechsel ungünstig beeinflussen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann. Es handelt sich daher nicht um ein „gesünderes Fett“.

Seit einiger Zeit wird Kokosöl in den Medien und auf Internetseiten als neues „Superfood“, mit zahlreichen positiven Gesundheitseffekten beworben. Es soll angeblich Herz-Kreislauf-Krankheiten, Demenzerkrankungen und Krebs vorbeugen, die Gewichtsabnahme fördern oder Bakterien, Viren und Pilze abwehren. Begründet wird dies mit dem Gehalt der Fettsäuren Laurin-, Capryl- und Caprinsäure sowie verschiedenen Polyphenolen. Wissenschaftlich nachgewiesen sind diese Aussagen jedoch nicht. Insbesondere Berichte über Heilwirkungen sind sehr kritisch zu sehen.

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Letzte Änderung 
26. April 2017

Kommentare

Sehr interessant! Ich werde in Zukunft auf den Kokosöl-Bestandteil meiner Lebensmittel und die Werbung dafür besonders achten. Sehr schön, dass man jetzt auch eigene Kommentare abgeben kann. Das habe ich lange vermisst!


Die Erklärung ist verständlich (genug). Die Werbung ist nicht erlaubt, da nicht durch EFSA geprüft und zugelassen.
Der Grund ist ernährungsphysiologisch allerdings sehr verbreitet; Kokosöl enthält sehr viel mittelkettige gesättigte Fettsäure, nämlich die Laurinsäure. Diverse Studien belegen positive Effekte der Laurinsäure, z.B. deren Wirkung auf Cholesterolwerte. Aber wie das so mit Studien ist, sollte man alles kritisch beurteilen. Keine Werbung für Laurinsäure und/oder Kokosöl, nur ein Statement, warum viele Menschen eben doch Kokosöl verwenden. Mfg


Hallo,es gibt sehr wohl Studien auch langzeit,über Kokosöl.Ich bin ernährungsbewusst und bin allen" Trends" gegenüber etstmal aufgeschlossen.Was mich wundert,ist,das mir Das Kokosöl nie " unter" gekommen ist.Ich empfehle es selbst auszuprobieren!Ich habe innerlich,wie aüsserlich angewandt wirklich nur positives zu berichten.In diesem Sinne "Pobieren und Studieren". Das Buch von Bruce File über die Kokosnus kann ich empfehlen.LG Harry