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Gelierzucker mit Stevia

Darf er mit 1:1-Gelierzucker verglichen werden?

Fruchtaufstrich, gesüßt mict "Gelierzucker mit Stevia" © chris leachman - Fotolia.com

Frage

Bei einem Discounter wird derzeit „Gelierzucker mit Stevia“ verkauft. Auf der Packung wird geworben mit „40% weniger Kalorien im Fruchtaufstrich". Auf der Seite der Verpackung wird es eingeschränkt: „verglichen mit einer klassischen Zubereitung im Verhältnis 1:1“, jedoch ist das Produkt ausgelegt auf eine Mischung 3:1.

Ich fühle mich als Verbraucher dadurch getäuscht, denn mir ist unklar, wie hoch jetzt die Kalorieneinsparung verglichen mit einem 3:1-Produkt ist.

Antwort

Wenn ein Lebensmittel damit wirbt, vergleichsweise weniger Kalorien zu enthalten, muss deutlich werden, womit es verglichen wird. In Ihrem Beispiel wird ein mit dem beworbenen „Stevia-Gelierzucker“ zubereiteter Fruchtaufstrich mit einem Fruchtaufstrich verglichen, der mit dem klassischen 1:1-Gelierzucker hergestellt wurde. Das ist unserer Auffassung nach zulässig. Konkrete Rechtsvorschriften, welches Vergleichsprodukt zu wählen ist, gibt es nicht.

Der „Gelierzucker mit Stevia“ besteht zu nahezu 100 Prozent aus Zucker. Der Süßstoff Steviolglykoside wird üblicherweise nur in Konzentrationen von beispielsweise 0,1 Prozent eingesetzt, weil er eine sehr hohe Süßkraft besitzt. In einem geringen Anteil sind weitere Zutaten wie Geliermittel und Säuerungsmittel enthalten. Aufgrund der geringen Mengen sind diese Zutaten und der Süßstoff für den Brennwert des Produktes aber unerheblich.

Der „Gelierzucker mit Stevia“ enthält deshalb praktisch den gleichen Brennwert wie ein „3:1“-Gelierzucker ohne Süßstoff. Der Fruchtaufstrich, den Sie daraus herstellen, hat mit und ohne Stevia etwa gleich viele Kalorien. Der Unterschied besteht darin, dass der Stevia-Fruchtaufstich vermutlich merklich süßer schmeckt als ein Fruchtaufstrich mit 3:1-Gelierzucker ohne Süßstoff.

Verschiedene 3:1-Gelierzucker werden auch mit derselben Aussage – „40% weniger Kalorien im Fruchtaufstrich" – wie der „Stevia-Gelierzucker“ beworben.

Die beworbene Kalorienersparnis besteht somit im Vergleich zum 1:1-Gelierzucker, aber nicht im Vergleich zu einem 3:1-Gelierzucker, denn der Brennwert ergibt sich durch das Verhältnis von Frucht zum zugesetzten Zucker.

Ihre Frage macht aber deutlich, dass Sie gerne den Vorteil gegenüber einem 3:1-Gelierzucker wissen möchten. Das können wir gut nachvollziehen. Unserer Auffassung nach müsste bei dem „Stevia-Gelierzucker“ ein Hinweis auf die Süßkraft erfolgen, denn darin sollte sich das Produkt deutlich von einem 3:1-Geliertzucker ohne Süßstoff unterscheiden. Schmeckt der hergestellte Fruchtaufstrich so süß wie einer, der mit 1:1-Gelierzucker hergestellt wurde? Das sollten Sie als Käufer erfahren.

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Letzte Änderung 
24. Juli 2014