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Mindestfruchtgehalt bei Fruchtabbildungen

Sind Fruchtabbildungen auf Säften oder Eistees an einen Mindestfruchtgehalt gebunden?

Frucht neben Getränk
© brgfx - Fotolia.com

Frage

Gibt es so etwas wie einen Mindestfruchtgehalt, um Fruchtabbildungen auf Säften oder Eistees abdrucken zu dürfen? Meiner Meinung nach haben drei Prozent Fruchtgehalt nichts mehr mit Frucht zu tun. Das ist ja ein unmerklicher Anteil, der unter Wasser, Zucker und anderen diversen Zusatzstoffen nicht mehr auffällt oder rausgeschmeckt werden kann.

Antwort

Es ist ein Hauptärgernis bei Lebensmittelklarheit.de, dass Zutaten – häufig Früchte – auf Verpackungen abgebildet werden, diese aber nicht oder kaum im Produkt vorhanden sind. Speziell bei diesen Getränken gibt es viele Beschwerden.

Fruchtsäfte müssen entsprechend der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung zu 100 Prozent aus Früchten stammen. Wasser wird nur zur Rückverdünnung von Fruchtsaftkonzentraten zugesetzt und nur entsprechend dem natürlichen Wassergehalt der Ausgangsfrüchte.

 Ärgerlich bei Fruchtsäften ist es, wenn hochpreisige Früchte wie Beerenobst bei  Abbildungen auf der Schauseite  im Vordergrund stehen, während preiswertere Säfte wie Apfelsaft oder Traubensaft den Hauptanteil im Getränk ausmachen. Die tatsächliche Zusammensetzung  findet man häufig nur im Kleingedruckten  auf der Rückseite in der Zutatenliste. Sie liegen mit Ihrer Beschwerde daher sehr richtig, daher fordert Lebensmittelklarheit.de realistische Abbildungen auf Getränken, konnte sich aber bisher leider damit noch nicht durchsetzen.

Noch einige weitere Hinweise zu weiteren Getränken, Fruchtabbildungen und Aromastoffen: Der Mindestfruchtgehalt in Fruchtnektar muss je nach Fruchtart zwischen 25 Prozent (z.B. bei schwarzer Johannisbeere, Mango, Banane) und 50 Prozent (z.B. bei Quitten, Äpfeln, Ananas) liegen. Der Zusatz von Zucker, Honig oder Süßstoffen ist erlaubt.

Für Getränke wie Limonaden, Eistee oder Fruchtschorlen gibt es keine gesetzlichen Regelungen, sondern lediglich die nicht rechtsverbindlichen Leitsätze für Erfrischungsgetränke des Deutschen Lebensmittelbuchs. Sie geben für Fruchtsaftgetränke je nach Fruchtart einen Mindestfruchtgehalt von 6 bis 30 Prozent vor. Die Mindestfruchtgehalte für Fruchtschorlen sollten denen der Fruchtnektare entsprechen.

Für Getränke wie Limonaden oder Eistee gibt es keine Vorgaben zum Fruchtgehalt. Neben Wasser und/oder Fruchtsaft können sie Kohlensäure, Zucker, Aromen, Zusatzstoffe sowie Vitamin- und Mineralstoffzusätze enthalten. Entsprechend den Leitsätzen sollten naturgetreue Abbildungen von Früchten nur dann verwendet werden, wenn der jeweilige Fruchtsaft und/oder das jeweilige Fruchtmark tatsächlich enthalten sind. Andererseits soll eine Zutat, die durch bildliche Darstellung hervorgehoben ist, in Charakter gebender Menge enthalten oder sensorisch deutlich wahrnehmbar sein. Das heißt, eine Fruchtabbildung kann auch nur die Geschmacksrichtung des jeweiligen Getränks darstellen, der ausschließlich durch Aromen erzeugt wird. Dies  muss  dann in Verbindung mit der Abbildung durch die Angabe „mit …-Geschmack“ oder „mit …-Aroma“ deutlich erkennbar gemacht werden.

Lebensmittelklarheit.de fordert – sofern Aromen enthalten sind – den Hinweis „aromatisiert“ oder „mit Aroma“ auf der Vorderseite.

 

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Letzte Änderung 
2. Dezember 2016