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ESL-Milch – "pasteurisiert"

Wieso darf auf der Verpackung von ESL-Milch "pasteurisiert" stehen?

Wieso darf auf der Verpackung von  ESL-Milch "pasteurisiert" stehen? Diese Milch ist auf ca. 120°C erwärmt worden (hocherhitzt). Pasteurisieren geschieht doch lediglich bei ca. 72°C.

Antwort

Das Erhitzungsverfahren für ESL-Milch fällt lebensmittelrechtlich unter die Angabe „pasteurisiert“.

Das Hygienerecht für Lebensmittel in der EU wurde im Jahr 2004 grundlegend reformiert. Infolgedessen wurde auch die Konsummilch-Kennzeichnungs-Verordnung geändert.

Bei der Kennzeichnung von wärmebehandelter Milch werden seitdem nur noch die Begriffe „pasteurisiert“ und „ultrahocherhitzt“ voneinander unterschieden.

Als „Pasteurisierung“ werden folgende Hitzebehandlungen zusammengefasst:

  • Kurzzeiterhitzung (mindestens 72°C für 15 Sekunden),
  • Dauererhitzung (mindestens 63°C für 30 Minuten) oder
  • jeder andere Zeit-Temperatur-Kombination mit gleicher Wirkung,

Erst bei einer Erhitzung ab 135 °C gilt Milch als „ultrahocherhitzt“.

Auch ESL-Milch (Erhitzung auf 120 bis 127 °C für wenige Sekunden) und sterilisierte Milch (110-120°C, 20-30 Minuten) sind folglich als „pasteurisiert“ deklarieren.

Damit Verbraucher besser erkennen können, ob es sich bei Milch im Kühlregal um klassische Frischmilch oder länger haltbare Frischmilch handelt, verständigten sich im Februar 2009 das Bundesministerium für Verbraucherschutz, der Milchindustrie-Verband e. V. und der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels auf eine Selbstverpflichtung zur Kennzeichnung der Milch. Klassische Frischmilch erhält den Zusatz "traditionell hergestellt". ESL-Produkte werden als "länger haltbar" gekennzeichnet.

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Letzte Änderung 
28. Juli 2015