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Erdnüsse aus Israel

Woran erkenne ich, ob sie aus von Israel besetzten Gebieten stammen?

Frage

Kürzlich habe ich Erdnüsse gekauft, bei denen als Herkunftsort Israel angegeben ist. Ich habe den Hersteller vor einiger Zeit per Mail gefragt, wo genau aus Israel diese Erdnüsse herkommen, weil ich einen Kauf aus den von Israel besetzten Gebieten ablehne. Dabei habe ich auch auf die entsprechende EU-Richtlinie zur Kennzeichnung hingewiesen. Der Hersteller hat auf meine Mail allerdings nie geantwortet. Mir ist aber eine korrekte Herkunftsbezeichnung wichtig.

Antwort

Zur Angabe des Ursprungslandes "Israel" gibt es in Deutschland nach wie vor keine klaren rechtlichen Regelungen.
Für Erdnüsse ist die Angabe des Ursprungslandes – wie bei vielen Lebensmitteln – nicht verbindlich vorgeschrieben. Kennzeichnet der Hersteller das Ursprungsland allerdings freiwillig, darf dies den Verbraucher nicht täuschen oder in die Irre führen.
In diesem Zusammenhang ist die Mitteilung der Europäischen Kommission von 2015 interessant. Diese legt dar, dass die Angabe „israelisches Erzeugnis“ für Produkte  aus den Siedlungsgebieten als „unkorrekt und irreführend“ anzusehen ist. Als mögliche alternative Herkunftsbezeichnung schlägt die Kommission Formulierungen wie „Erzeugnis aus dem Westjordanland (palästinensisches Erzeugnis) oder „Erzeugnis aus dem Gazastreifen“ vor.
Die Mitteilung der Europäischen Kommission ist keine neue Rechtsvorschrift. Sie stellt klar, wie die Kommission das einschlägige Unionsrecht versteht. Die Durchsetzung der Vorschriften obliegt aber den Mitgliedstaaten. Bislang gibt es dazu in Deutschland keine rechtsverbindliche Verordnung.

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Letzte Änderung 
6. Februar 2017

Kommentare

Das ist doch sehr schön, wenn wir hier in Deutschland keine anderen Sorgen mehr haben, als die Kennzeichnung unserer Erdnüsse am besten mit Postleitzahl.
Wenn man die Siedlungspolitik nicht gut heißt, sollte man evtl. lieber gar keine Erzeugnisse aus Israel erwerben. Nicht das man noch was unwillentlich unterstützt.