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Bezeichnung Metzgerfrikadelle

Weist die Bezeichnung "Metzger" auf Spitzenqualität hin?

Frage

Ich habe letztens im Handel Fertigfrikadellen entdeckt, die "Metzgerfrikadellen" heißen. Ich weiß, dass bei bestimmten Bezeichnungen die Produktqualität höher sein muss, im Vergleich zu herkömmlichen Produkten. Müssen Frikadellen, die "Metzgerfrikadellen" heißen, auch eine bessere Qualität haben als andere? Weil: Wenn ich zum Metzger gehe, erwarte ich ja schon eine höhere Qualität, da ich dort ja auch in der Regel mehr bezahle.

Antwort

Wir können Ihre Erwartung gut nachvollziehen. Die Verwendung des Begriffs „Metzger“ in der Bezeichnung eines Fleisch- oder Wursterzeugnisses ist jedoch kein genereller Hinweis auf eine höhere Produktqualität.

Die Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse der deutschen Lebensmittelbuchkommission enthalten lediglich für „Metzgerschinken“ genauere Bestimmungen.  

Zusätzlich fordern die Leitsätze, dass Fleischerzeugnisse mit Hinweisen auf bestimmte Personengruppen (als Beispiel genannt werden Gutsherren und Schlemmer), die in den Leitsätzen nicht genauer beschrieben sind, über den in den Leitsätzen für entsprechende Erzeugnisse festgestellten Anforderungen liegen. Keinesfalls soll die Zusammensetzung unter den Anforderungen der Leitsätze liegen. Anderenfalls müssen die Abweichungen ausreichend kenntlich gemacht werden. 

Für Frikadellen sehen die Leitsätze als Ausgangsmaterial grob entfettetes Schweinefleisch oder grob entsehntes Rindfleisch vor. Zusätzlich können Binde-, Auflockerungsmittel (üblicherweise Paniermehl und Ei) und Zwiebeln verwendet werden. Sie sind gewürzt und nicht umgerötet, das heißt sie werden nicht mit Nitritpökelsalz hergestellt. Bei Fertigerzeugnissen sollte der Stärkeanteil in Trockenmasse 25 Prozent nicht überschreiten. Dieser ergibt sich aus den zugesetzten stärkehaltigen Binde- und Auflockerungsmitteln wie Paniermehl oder Kartoffelstärke.

Unserer Einschätzung nach sollte daher eine „Metzgerfrikadelle“ diese Anforderungen übererfüllen, beispielsweise durch einen deutlich geringeren Stärkeanteil. Ein Blick in die Zutatenliste und der Vergleich mit anderen Produkten kann Ihnen weiterhelfen. Hier muss beispielsweise der Fleischanteil gekennzeichnet werden und Sie können erkennen, welche weiteren Zutaten verwendet wurden.

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Letzte Änderung 
7. November 2017