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Bayerische Bierkugel

Wie viel Bier muss in der Bierkugel drin sein?

Frage

Meines Wissens hat der EuGH im Juni geurteilt, dass "Pflanzenkäse" nicht Käse heißen darf, weil kein aus Milch hergestellter Käse drin ist. Meines Erachtens, darf die "Bayerische Bierkugel" dann nicht Bierkugel heißen, weil nach meinen Feststellungen kein Bier drin ist. Wie sehen Sie das?

Antwort

Die Bezeichnung „Bierkugel“ wird für eine kugelförmige Wurst verwendet, die traditionell zusammen mit einem Bier genossen wird, vor allem in Süddeutschland und Österreich.

Bezeichnungen für Lebensmittel sollen darüber informieren, was in der Packung steckt. Einige sind gesetzlich definiert, wie „Käse“, für andere gibt es eine „allgemeine Verkehrsauffassung“, die beispielsweise in den Leitsätzen des deutschen Lebensmittelbuchs beschrieben sind.

Während der Begriff „Käse“ also gesetzlich festgelegt ist als Erzeugnis aus dickgelegter Milch, wird die Bierkugel lediglich in den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs für Fleisch und Fleischerzeugnisse aufgeführt. Die Leitsätze führen am Markt übliche Bezeichnungen auf und beschreiben Herstellung, Beschaffenheit oder sonstige Merkmale, die üblicherweise bei den jeweiligen Lebensmitteln erwartet werden. Demnach handelt es sich bei der Bierkugel um eine grobe Brühwurst aus Rind- und Schweinefleisch. Auf das „Bier“ in der Bezeichnung wird in den Leitsätzen kein Bezug genommen. Die Bierkugel ist jedoch auch im Österreichischen Lebensmittelbuch aufgeführt mit der Anmerkung „Zutat „Bier“ nicht enthalten“. Demnach enthält eine Bierkugel üblicherweise kein Bier.

Die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs sind über Jahrzehnte historisch gewachsen. Es ist daher durchaus möglich, dass nicht alle Bezeichnungen den aktuellen Verbraucherwartungen voll entsprechen und angepasst werden müssten.

Da die Leitsätze zudem nicht rechtsverbindlich sind, kann letzten Endes nur ein Gericht im Einzelfall entscheiden, ob eine „Bierkugel“ ohne Bier irreführend ist. Die Leitsätze können dabei als „objektive Sachverständigengutachten“ eine wesentliche Rolle spielen. Wichtig ist jedoch die gesamte Aufmachung des Produktes, ob beispielsweise Bier auf der Verpackung abgebildet ist. Bisher liegen uns jedoch keine Verbraucherbeschwerden vor, die darauf hindeuten, dass die Bezeichnung Bierkugel falsch verstanden wird. 

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Letzte Änderung 
13. Oktober 2017

Kommentare

Verbraucher mit solchen Fragen machen sich nur lächerlich


Man sollte einfach mal die Kirche im Dorf lassen oder nicht versuchen hier auch mal seinen eigenen "Skandal" zu posten....
Der nächste sonst Ignorierte fragt dann warum in der Teewurst keine Tee, im Mamorkuchen keine Marmor, in der Streuselschnecke keine Schnecken und im Studentenfutter keine Studenten sind.... ach übrigens: in Kinderschokolade sind zum Glück keine Kinder verarbeitet und auch für ein Jägerschnitzel musste auch kein Jäger dran glauben. ;-)


...und mir fallen auf Anhieb noch mehr Dinge ein. Leberkäse - ohne Leber und auch ohne Käse - ein Skandal! Nicht zu vergessen der Bierschinken- der ist leider auch ohne Bier. Was ist mit Katzenzungen - müssen sich hier die Vegetarier Sorgen machen?