Skip to content Skip to navigation

Schriftgröße

-A +A

Angabe „ohne Zuckerzusatz“

Sind Süßungsmittel wie Süßstoff erlaubt?

Foto: fotohansel - Fotolia

Frage

Die nährwertbezogene Angabe "Ohne Zuckerzusatz" ist laut Anhang der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 (Health-Claims-Verordnung) nur zulässig, wenn das Produkt keine zugesetzten Mono- oder Disaccharide oder irgendein anderes wegen seiner süßenden Wirkung verwendetes "Lebensmittel" enthält. Als Lebensmittel gelten unter anderem alle Stoffe, die dem Lebensmittel bei seiner Herstellung oder Ver- oder Bearbeitung absichtlich zugesetzt werden.

Demnach gelten einem Produkt bei seiner Herstellung absichtlich zugesetzte Süßungsmittel bzw. Süßstoffe als Lebensmittel (mit süßender Wirkung), mit der Folge, dass die Kennzeichnung eines solchen Produktes mit der nährwertbezogenen Angabe "Ohne Zuckerzusatz" unzulässig ist.

Ein Fruchtnektar, der mit Süßstoffen gesüßt wurde, trägt aber den Hinweis „Ohne Zuckerzusatz, kalorienarm gesüßt". Ist das Ihrer Einschätzung nach rechtens?

Antwort

Wenn ein Lebensmittel mit der Angabe „ohne Zuckerzusatz“ beworben wird, darf es laut EU-Verordnung keine zugesetzten Einfach- und Zweifachzucker (Mono- oder Disaccharide) oder irgendein anderes wegen seiner süßenden Wirkung verwendetes Lebensmittel enthalten.

Aus dem Sinnzusammenhang ergibt sich, dass unter Lebensmitteln „mit süßender Wirkung“ solche gemeint sind, die die oben genannten Zucker enthalten, beispielsweise Honig, Agavendicksaft oder „Fruchtsüße“.

Häufig werden Lebensmittel „ohne Zuckerzusatz“ mit Süßstoffen und/oder Zuckeraustauschstoffen gesüßt.

Für Fruchtnektar gilt jedoch eine spezielle Regelung: Er darf zwar gemäß EU-Zusatzstoff-Verordnung Süßstoffe enthalten, wenn das Produkt brennwertvermindert oder ohne Zuckerzusatz hergestellt werden soll. Die Angabe „ohne Zuckerzusatz“ ist dann aber laut Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung nicht erlaubt.

Ein Hersteller, der seinen Fruchtnektar mit dem Hinweis „ohne Zuckerzusatz, kalorienarm gesüßt" bewirbt, geht vermutlich davon aus, dass er ausreichend darauf hinweist, dass in dem Produkt Zucker durch Süßstoff ersetzt wurde.

Diese Kennzeichnung entspricht unserer Auffassung nach nicht den Vorgaben der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung. Ob die Kennzeichnung unzulässig ist, kann aber nur ein Gericht entscheiden.

Wie informativ fanden Sie diesen Beitrag? 
Noch keine Bewertungen vorhanden
Klicken Sie zur Bewertung auf die Sterne.
Letzte Änderung 
9. Juli 2014