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Abbildungen und Empfehlungen vom "Arzt" oder "Doktor

Ist das bei der Werbung für Nahrungsergänzungsmittel erlaubt?

© gpointstudio - Fotolia.com

Frage

Ärzte geben einer Werbung ja immer gleich ein seriöses Gesicht – zum Beispiel Zahnärzte, die bestimmte Zahnpasta empfehlen oder so, auch wenn die in ihren Spots ja meistens irgendwelche Schauspieler sind. Wie ist das denn bei Nahrungsergänzungsmitteln? Darf ich da einfach einen "Arzt" oder "Doktor" auf meine Werbeanzeige abdrucken und dann auch noch erzählen "Dr. XY empfiehlt dieses Produkt zur Steigerung der Abwehrkräfte!"?

Antwort

Gesundheitsbezogene Angaben dürfen nicht auf Empfehlungen einzelner Ärzte verweisen. Die Angabe "Dr. XY empfiehlt dieses Produkt zur Steigerung der Abwehrkräfte!" wäre somit nicht zulässig.

Das regelt die so genannte Health Claims Verordnung, die EU-Verordnung für nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben.

Das Verbot gilt auch für einzelne Angehörige anderer Gesundheitsberufe, wie Heilpraktiker, und für Institutionen wie Kliniken.

Die bloße Abbildung einer Person im weißen Kittel fällt allerdings nicht unbedingt unter das Verbot. Die Verordnung spricht ausdrücklich von einem Verweis von Angaben auf Empfehlungen einzelner Vertreter von Gesundheitsberufen und bestimmter Institutionen. Es muss also ein Zusammenhang zwischen Gesundheitswerbung und der abgebildeten Person oder Institution im medizinischen Bereich bestehen. Ob solch ein Zusammenhang vorliegt, ist im Einzelfall – letztendlich vor Gericht – zu entscheiden.

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Letzte Änderung 
15. März 2016

Kommentare

Hallo,
Dazu meine Frage zur Ergänzung.
Es gibt Produkte wo dessen NEM Name drauf steht und Dr. sowieso. Wie verhält es sich da? Dies suggeriert mir doch ebenfalls einen ärztlichen Hintergrund. Dies habe ich recherchiert und musste feststellen, dass der Dr., keiner der Medizin war.


Die meisten Käufer denken bei der Angabe „Dr.“ auf einer Verpackung mit Nahrungsergänzungsmitteln vermutlich zunächst an einen Arzt. Wie Sie selbst festgestellt haben, muss das nicht der Fall sein – die angegebene Person kann auch in einer anderen Wissenschaft promoviert haben. Solange der genannte „Doktor“ keine Produkt-Empfehlungen äußert, ist das nicht zu beanstanden. In diesem Fall ist es nicht wichtig, ob er ein Arzt oder Angehöriger eines Gesundheitsberufs ist oder nicht.