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Mengenkennzeichnung: ärgerliche Ausnahme abschaffen

Waage und Gewürze
© Studio Africa - Fotolia.com

Wenn Zutaten auf einem Lebensmittel abgebildet oder genannt sind, erfährt der Käufer in der Regel auch, wie viel davon im Produkt vorhanden ist. So will es die Lebensmittelinformationsverordnung.

Der Krabbenanteil im Krabbensalat, die Menge an Nüssen in der Nussnougatcreme oder wie viel Pfirsichsaft im Pfirsichnektar steckt, ist entweder aus der Bezeichnung oder aus der Zutatenliste ersichtlich.

So weit, so gut – wenn es da keine Ausnahmeregelungen gäbe…

Denn Hersteller dürfen die Mengenangabe gerade dann unterschlagen, wenn sie eine Zutat in „geringer Menge zur Geschmacksgebung“ verwenden.
Im Klartext bedeutet dies häufig: Wer mit einer Zutat nur geizig genug umgeht, muss nicht zugeben, wie wenig davon im Produkt steckt.

Was dabei unter einer „geringen Menge“ zu verstehen ist, klärt die Verordnung nicht. Richter gehen meist von zwei bis drei Prozent aus.

So verschweigt beispielsweise der Kräutertee „Träum schön“ mit abgebildetem Lavendel, wie wenig Lavendel enthalten ist. Der Anteil an Matcha-Tee im Getränk „Vegan to go – Kraftprotz Quinoa + Matcha“ bleibt ebenso ein Geheimnis wie die Menge an Tonkabohne in der „Mandel-Tonka Creme“.

Das ärgert Kunden, wie Beschwerden auf Lebensmittelklarheit.de zeigen. Produkte entziehen sich auf diese Weise einem Qualitätsvergleich. Und nur wer diese Rechtsvorschrift überhaupt kennt, kann einschätzen, dass Zutaten ohne Mengenkennzeichnung lediglich in Spuren zu erwarten sind.

Lebensmittelklarheit.de fordert den Gesetzgeber auf, diese Ausnahmeregelung zu streichen. Bei abgebildeten und beworbenen Zutaten sollen Käufer ausnahmslos die Mengen im Produkt erfahren.

Stand 
4. April 2016