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„Alle“ wollen den Hersteller wissen

Angabe "hergestellt für..."

Wenn Lebensmittelskandale die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf „schwarze Schafe“ unter den Herstellern lenken, fällt vielen auf, dass sie oftmals keine Chance haben zu erfahren, wer die Produkte tatsächlich hergestellt hat. So häufen sich auch diesmal die Anfragen bei Lebensmittelklarheit: Käufer wollen wissen, welche Produzenten hinter der Bezeichnung „hergestellt für XY“ stehen und ob sie anhand eines Identitätskennzeichens den herstellenden Betrieb ermitteln können.

Tatsächlich muss der Hersteller auf verpackten Lebensmitteln nicht genannt sein.

Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung schreibt lediglich vor, dass der Name oder die Firma und die Anschrift des Lebensmittelunternehmers anzugeben ist, unter dessen Namen das Lebensmittel vermarktet wird. Wenn der Unternehmer nicht in der Europäischen Union niedergelassen ist, muss der Importeur genannt werden, der das Lebensmittel in die Union einführt. „Hergestellt für Lidl“ ist somit beispielsweise eine nach geltendem Recht ausreichende Angabe.

Oft können Kunden noch nicht einmal erkennen, ob die auf der Packung genannte Firma nun der Hersteller, der Verpacker oder der Verkäufer ist.

 

Identitätskennzeichen
 

Auch das Identitätskennzeichen, das auf allen tierischen Lebensmitteln zu finden ist, kann auf den Holzweg führen. Zwar ist eine Betriebsnummer im Siegel angegeben. Dieser steht aber für den Betrieb, der das Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt hat. Weder der Hersteller noch Herkunft der Rohstoffe ist daraus abzuleiten.

Diese wenig verbraucherfreundliche Regelung ist nicht hinzunehmen. Lebensmittelklarheit.de fordert den Gesetzgeber auf, das Kennzeichnungsrecht entsprechend zu ändern:
Der Hersteller sollte als Pflichtkennzeichnung auf jedem verpackten Lebensmittel stehen. Verpacker oder Verkäufer sollten, eindeutig als solche bezeichnet, nur als zusätzliche Informationen anzugeben sein.

Stand 
6. Januar 2015