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Studie zeigt: Bezeichnungen „Kalbswurst“ und „Geflügelwiener“ können täuschen

Würstchen © c-yamix - Fotolia.com

In „Kalbswurst“ und „Geflügelwiener“ können erhebliche Mengen Schweinefleisch stecken. Damit rechnen viele Käufer nicht.

Eine repräsentative Bevölkerungsstudie im Rahmen des Projektes Lebensmittelklarheit.de zeigt, dass diese Produktbezeichnungen überwiegend falsch verstanden werden.

  • Unter einer „Kalbswurst“ verstehen 66,4 Prozent der Deutschen eine Wurst, für die ausschließlich Kalbfleisch verarbeitet worden ist.
  • Bei Geflügelwurst gehen sogar 73,6 Prozent der Bevölkerung davon aus, dass ausschließlich Geflügelfleisch verarbeitet worden ist.

Nachdem die Befragungsteilnehmer darüber aufgeklärt wurden, dass einige Hersteller beispielsweise Schweinefleisch in „Geflügel-“ und „Kalbswurst“ mischen, akzeptierten sie Schweinefleisch-Zusätze – aber nur in untergeordneter Menge.

Die Frage, wie viel Schweinefleisch in den Produkten ihrer Ansicht nach höchstens verarbeitet werden dürfte, ergibt folgendes Bild:

  • Bei Kalbswurst „tolerieren“ Verbraucher durchschnittlich einen Schweinefleischanteil von 13,5 Prozent, bei Geflügelwurst 10,4 Prozent
  • Nahezu alle Befragten (98 bis 99 Prozent) nennen für beide Produkte Werte unter 50 Prozent für Schweinefleisch – überwiegend sollen die Produkte also von der angegebenen Tierart stammen.

Statt solche Produkte mit Schweinefleisch-Anteil dann beispielsweise als „Putensalami“ zu bezeichnen, sprechen sich 96 Prozent der Bevölkerung dafür aus, „Schwein“ explizit zu benennen, beispielsweise als „Salami aus Puten- und Schweinefleisch“

Die Ergebnisse zeigen, dass die aktuellen Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse an der Verkehrsauffassung der Verbraucher vorbeigehen.

Denn nach den Leitsätzen darf für Kalbs- und Geflügelwürste das Fleisch verschiedener Tierarten in unterschiedlichen Mengen verarbeitet werden. Eine Kalbswurst muss zum Beispiel einen Mindestanteil von 15 Prozent Kalbfleisch enthalten, für Geflügelwurst gibt es überhaupt keine Vorgabe. Auch für andere Tierarten fehlen Regelungen zum Fleischanteil.

Die Studie „Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln aus Sicht der Verbraucher“ wurde als begleitende Verbraucherforschung zum Internetportal www.lebenmittelklarheit.de der Verbraucherzentralen und des Verbraucherzentrale Bundesverbandes durchgeführt.

Letzte Änderung 
30. Oktober 2013