Glückliche Ostereier?
28.3.2012. – Wer rohe Hühnereier im Handel oder auf dem Wochenmarkt einkauft, kann die Herkunft und Haltung der Legehennen am Erzeugercode erkennen, der auf dem Ei aufgestempelt wird. Ganz anders ist das aber bei gefärbten und in Lebensmitteln verarbeiteten Eiern: Hier bleibt meist anonym, wie die Hennen gehalten werden – und woher die Eier kommen.
Seit Januar 2012 ist die Produktion und Vermarktung von Hühnereiern aus herkömmlichen Legebatterien EU-weit verboten. Viele EU-Staaten umgehen aber die Vorschriften und produzieren illegal weiter in konventioneller Käfighaltung.
Außerdem wird in Europa auch die Kleingruppenhaltung von Legehennen in sogenannten „ausgestalteten Käfigen“ toleriert. Sie wird aber ebenfalls den Anforderungen des Tierschutzes nicht gerecht und muss im Erzeugercode als Käfighaltung gekennzeichnet werden.
Beim Erzeugercode steht die erste Ziffer für die Haltungsform: 0= Ökologische Haltung, 1= Freilandhaltung, 2= Bodenhaltung und 3= Käfighaltung. Das folgende Buchstabenkürzel bezeichnet das Erzeugerland, zum Beispiel steht DE für Deutschland.
Auf gefärbten Eiern und bei verarbeiteten Eiern in Fertiggerichten, Backwaren, Nudeln & Co.müssen Haltung und Herkunft nicht gekennzeichnet sein. Gerade hier müssen Käufer aber mit Eiern und Eibestandteilen aus Käfighaltung rechnen. Nur wenige Hersteller kennzeichnen die Haltungsform freiwillig.
Nach Ansicht der Verbraucherzentralen ist eine verpflichtende Kennzeichnung für verarbeitete Eier längst überfällig.
Wer zu Ostern Eier von glücklichen Hühnern essen will, kann zu gefärbten Bioeiern greifen oder Freiland- oder Bio-Eier selbst färben. Auch verarbeitete Bio-Lebensmittel dürfen nur Eier aus ökologischer Hennenhaltung enthalten.
Quellen:
Pressemitteilung der Verbaucherzentrale Hessen vom 27.3.2012
dlz agrarmagazin: Käfighaltung: Brüssel greift durch. Meldung vom 26.01.2012 (Links siehe rechte Randspalte)
Weiterführende Links:
- Nur der Stempel auf dem Ei klärt die Herkunft
- zur Rubrik Erlaubt! - Herkunftskennzeichnung bei Eierverpackungen
- Umfrage Eierkennzeichnung: Die Herkunftsangabe gehört auf die Eierpackung!
- Forenfrage: Kann ich bei verarbeiteten, eihaltigen Produkten die Haltungsform der Legehennen erkennen?
- Forenfrage: Warum sind noch Eier mit der „3“ im Verkauf?
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Weiterführende Links
- Verbraucherzentrale Hessen
Pressemitteilung vom 27.3.2012
- dlz agrarmagazin
Käfighaltung: Brüssel greift durch. Meldung vom 26.01.2012


